Damit hatten wohl nur wenige gerechnet: Elisabeth Gürtler (75) kehrt an die Spanische Hofreitschule zurück. Sieben Jahre nach ihrem freiwilligen Abschied übernimmt die frühere Chefin nun eine neue Rolle. Gürtler wird Generalsekretärin des Ehrenkomitees des traditionsreichen Hauses, berichtet die "Krone".
Aus dem Landwirtschaftsministerium hieß es Mittwoch (4.2.), Gürtler wolle den Betrieb der klassischen Reitkunst mit ihrer langjährigen Erfahrung unterstützen. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) bezeichnete die Spanische Hofreitschule als eines der bedeutendsten Kulturgüter der Republik und als internationale Visitenkarte österreichischer Tradition.
Mit Gürtler gewinne man eine erfahrene Vermittlerin und starke Markenbotschafterin. Als Geschäftsführerin habe sie die Institution über Jahre hinweg entscheidend geprägt und weiterentwickelt.
Elisabeth Gürtler stand von 2007 bis Ende 2018 an der Spitze der Spanischen Hofreitschule und des Bundesgestüts Piber. In dieser Zeit wurden erstmals Frauen in die Reitausbildung aufgenommen, die duale Lehrlingsausbildung eingeführt und das Trainingszentrum am Heldenberg ausgebaut. Auch die "Fête Impériale" geht auf ihre Initiative zurück, ebenso wie die Organisation der Feierlichkeiten zum 450-jährigen Bestehen der Lipizzaner.
Ihr Abgang im Jahr 2018 kam überraschend. Kurz zuvor war ihr Vertrag noch um fünf Jahre verlängert worden. Gegenüber der "Krone" erklärte Gürtler damals, sie habe einen Druck verspürt, der nicht mehr gesund gewesen sei. Sie wolle mehr Zeit für sich haben, auch weil langes Bahnfahren oder Fliegen mit zunehmendem Alter beschwerlicher werde. Man müsse wissen, wann man aufhöre, sagte sie damals. Jetzt ist Gürtler wieder zurück bei den Lipizzanern in Wien.