"Es ist ein Skandal", Marcel H. kann sich auch noch Stunden nach Erhalt dieses Briefes nicht beruhigen. Er bekam jetzt eine Forderung über 80 Euro, weil er im vergangenen Sommer – am 30. Juli – vor einer McDonalds-Filiale geparkt hatte.
Die Vorgeschichte: Der Niederösterreicher (aus dem Bezirk Hollabrunn) führt ein junges Unternehmen, er hat sich als Versicherungsmakler und Berater selbstständig gemacht. Am 30. Juli des Vorjahres war er in Wien, traf seine Partnerin auf ein Frühstück im McDonalds in Wien-Simmering (Kaiser-Ebersdorfer-Straße). "Wir hatten vorab noch zehn Minuten vor dem Lokal telefoniert und haben dann nachweisbar im Abstand von über einer Stunde mehrere Bestellungen konsumiert", sagt er zu "Heute".
Doch es gab viel zu besprechen: "Wir waren dann natürlich auch gemütlich im Lokal, für etwa zwei Stunden."
Jetzt, "rund sechs Monate später", kam der große Schock. Es war ein teurer Ausflug ins Fast-Food-Restaurant. "Wir haben von der Firma Parkdepot GmbH– digitale Verkehrsüberwachung eine Forderung in der Höhe von 80 Euro erhalten."
Die Begründung laut dem Brief: Marcel H. hat 2.22 Stunden statt der erlaubten 1.30 Stunden sein Auto dort abgestellt. Der Jung-Unternehmer schäumt vor Wut, kann nicht fassen, dass man sich auch daran noch bereichert.
"Heute" hat für den wütenden Lenker bei McDonalds angerufen. "Das mussten wir einführen, wegen der vielen Dauerparker", erklärt man uns in der Konzernzentrale. Aber: "Wir wollen ja nicht unsere Gäste bestrafen!"
Die Regelung, die wir jetzt erfahren, ist ganz klar: "Wenn der Kunde uns mit einem Kontobeleg (Anm.: wenn mit Karte bezahlt wurde) oder mit dem Kassenzettel belegen kann, dass er Gast war, dann wird die Strafe storniert."
Der Vorgang, so die McDonalds-Zentrale, ist ganz einfach: "Entweder direkt ans Restaurant oder an unser Kundenservice mit den Belegen wenden." Und dann noch: "Wir können leider nicht vor Ort unterscheiden, ob ein Fahrzeug einem Kunden gehört, oder jemandem, der unerlaubt lange parkt."
Auch Prominente tappen in die Parkfalle. Austropop-Ikone Jazz-Gitti zuckte in einem Insta-Video kurz vor Jahreswechsel über einen sehr ähnlichen Vorfall komplett aus: „. "Ich geh den Scheiß jetzt einzahlen! Danke, frohe Weihnachten – aber mi, sehts ihr nimma mehr." Auch ihre Strafe wurde in Folge storniert.