Energiekrise – Tempo 130 auf Autobahnen vor dem Aus?

Tempo 100 auf der Autobahn ist umstritten. Mit den aktuellen Tempolimits auf österreichischen Autobahnen sind 71 Prozent zufrieden.
Tempo 100 auf der Autobahn ist umstritten. Mit den aktuellen Tempolimits auf österreichischen Autobahnen sind 71 Prozent zufrieden.Bild: iStock
Um der Energiekrise entgegenzuwirken, ist jetzt eine vorübergehende Temporeduktion von 130 auf 100 km/h auf Österreichs Autobahnen im Gespräch.

Der Vorschlag nach der zumindest temporären Einführung niedrigerer Tempolimits, um Energie zu sparen, war von der SPÖ gekommen. Auch laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) würde ein Auto, das statt 130 nur 100 km/h fährt, 23 Prozent weniger Sprit verbrauchen. Ein Tempolimit auf der Autobahn sei hier ein einfacher aber wirksamer Schritt – und ein hierzulande umstrittener.

Nur 38 Prozent befürworten ein temporäres Tempolimit aufgrund der Energiekrise, 71 Prozent sind mit den aktuellen Geschwindigkeitslimits auf den Autobahnen zufrieden.

Marketagent

Würde eine Temporeduzierung nicht nur für ein paar Monate, sondern permanent eingeführt werden, sinkt die Zustimmung weiter auf 24 Prozent. Vor allem unter den Vielfahrern und FPÖ-Wählern stößt diese diskutierte Maßnahme auf Ablehnung. Das zeigt eine Umfrage des Online Marktforschungsinstituts Marketagent.

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Die am stärksten wiegenden Gründe gegen eine Reduzierung sind nach Einschätzung der Befragten eine längere Fahrdauer (44%), eine erhöhte Ermüdungsgefahr durch das langsame Fahren (43%) und ein schlechterer Verkehrsfluss (43%). Lediglich 12 Prozent meinen, dass nichts gegen eine permanente Reduzierung des Tempolimits sprechen würde.

Grüne Umweltministerin gegen Tempo 100

Argumente für ein Tempolimit hingegen sind vor allem ein geringerer Spritverbrauch (46%), ein Beitrag zum Klimaschutz durch weniger CO2-Ausstoß (35%) und Energieeinsparung (35%).

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Für Energie- und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler ist ein niedrigeres Tempolimit auf Österreichs Autobahnen derzeit kein Thema. "Langsamer Fahren ist ein Beitrag, den jede und jeder leisten kann", sagte sie im ORF-Interview.

Gesetzliche Maßnahmen könnten erst im Falle eines Versorgungsnotstandes (und mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Nationalrat) beschlossen werden, den es derzeit aber noch nicht gebe. Die grüne Ministerin setzt beim Energiesparen lieber auf Duschen statt Baden, Herdplatte statt Backrohr und Kochdeckel.

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