Donald Trump glänzt beim globalen Klimagipfel in Brasilien durch Abwesenheit - und wird dennoch zum Hauptthema. Mehrere Staats- und Regierungschefs nutzten ihre Reden zum Start der COP30 in Belém, um den US-Präsidenten und seine Klimapolitik frontal anzugreifen.
Die Attacken hatten es in sich: "Herr Trump ist gegen die Menschheit", sagte etwa der kolumbianische Präsident Gustavo Petro in seiner Ansprache. Er forderte eine globale Abkehr von Öl und Erdgas und kritisierte, dass die USA mit ihrer Politik die internationale Klimakooperation sabotieren würden.
Auch der chilenische Präsident Gabriel Boric fand deutliche Worte. Er verwies auf Trumps UN-Rede im September, in der dieser den menschengemachten Klimawandel als "Schwindel" bezeichnet hatte. "Das ist eine Lüge", konterte Boric in Belém. "Wir können über Wege diskutieren, wie wir die Krise bewältigen, aber nicht darüber, ob sie existiert."
Aus dem Weißen Haus kam postwendend eine Reaktion. Sprecherin Taylor Rogers erklärte schriftlich: "Präsident Trump wird nicht zulassen, dass das Wohl der Amerikaner durch den Betrug mit der grünen Energie gefährdet wird." Man werde die "grünen Träume anderer Länder nicht zum Untergang der USA führen lassen".
Gastgeber Luiz Inácio Lula da Silva nannte Trump zwar nicht beim Namen, sprach aber von "extremistischen Kräften, die aus politischem Kalkül Falschinformationen über den Klimawandel verbreiten". Er rief die versammelten 190 Staaten auf, endlich einen Fahrplan zur "Überwindung der fossilen Brennstoffe" zu beschließen.
Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnte vor Fake News und Desinformation. "Falschinformationen zum Klimawandel sind eine Bedrohung für unsere Demokratien", so Macron. "Wir müssen Wissenschaft über Ideologie stellen - und Handeln über Fatalismus."
Der chinesische Vizepremier Ding Xuexiang betonte, China halte seine Verpflichtungen ein und setze auf Kooperation statt Konfrontation.
Seit seiner Rückkehr ins Amt im Jänner hat Trump die Förderung von Kohle, Öl und Gas massiv ausgeweitet, Klimaschutz-Programme gestoppt und die USA erneut aus dem Pariser Klimaabkommen zurückgezogen. Hochrangige US-Vertreter sind in Belém nicht anwesend - ob Washington dennoch Einfluss auf die Gespräche nehmen wird, bleibt abzuwarten.