Wie El Confidencial berichtet, wird die Staatsanwaltschaft Madrid demnächst ein Verfahren gegen den Superstar von Real Madrid eröffnen. Dies wisse das Magazin aus "mit dem Fall vertrauten Quellen."
Stichtag für die Übergabe des Untersuchungsberichts der spanischen Finanzbehörde Agencia Tributaria an die Ermittler der Staatsanwaltschaft ist der 30. Juni. Dann verjähren Finanzdelikte aus dem Jahr 2011.
Millionen für Werbedeals
In den Untersuchungen geht es um Werbeeinnahmen des seit 2009 für Real Madrid spielenden Portugiesen. Diese Zahlungen wurden laut der Enthüllungsplattform Football Leaks über Steuerparadiese wie Irland und die Britischen Jungferninseln verteilt. Die irische Firma Multisports & Image Management wickelt Ronaldos Werbedeals ab.
Das "Beckham-Gesetz"
Bei den Untersuchungen geht es demnach um "Auffassungsunterschiede" zwischen dem Portugiesen und der spanischen Justiz. Im Jahr 2004 war das sogenannte "Beckham-Gesetz" eingeführt worden, das ausländischen Fußballern einen Steuersatz von 25 Prozent ermöglichte, während die heimischen Kicker 50 Prozent zahlen mussten. Außerdem mussten so nur Einnahmen, die in Spanien erzielt wurde, versteuert werden.
Im Ausland abgewickelte Werbedeals interessierten den spanischen Fiskus damit nicht. Dieses Gesetz wurde jedoch 2010 abgeschafft, die Übergangsfrist lief 2015 aus. Seither wird die Steuerakte Ronaldo geprüft.
Gegenüber dem Spiegelkommentierte Ronaldos Sprecher die Vorgänge nicht. Auch Steuerbehörde und Staatsanwaltschaft gaben kein Statement ab.
(wem)