Erst am vergangenen Sonntagnachmittag gingen hunderte Menschen im Zuge einer Iran-Demo durch die Wiener City und legten so den Verkehr lahm. Zum 45. Jahrestag der Gründung der Islamischen Republik, ruft eine iranische Exilgruppe am Mittwoch, dem 11. Februar, um 17.30 Uhr zur Demonstration am Christian-Broda-Platz in Wien-Mariahilf auf. Die Kundgebung richtet sich gegen das Regime im Iran – und gegen politische Vereinnahmung der aktuellen Protestbewegung.
"Am Jahrestag der Gründung der Islamischen Republik gehen wir auf die Straße, um gegen jede Form von religiöser und politischer Tyrannei einzustehen, die auf einem System von Repression, Hinrichtungen und Auslöschung beruht", heißt es im Demo-Aufruf. Die Protestierenden fordern eine selbstbestimmte Zukunft für den Iran, frei von Monarchie, Fremdeinfluss und Machtkult.
Der Demonstrationsaufruf verweist auf anhaltende Repression im Iran – mit Internetsperren, willkürlichen Verhaftungen und Todesurteilen gegen Oppositionelle. Gleichzeitig warnt man vor dem Versuch, die Proteste im Ausland zu vereinnahmen. "US- und Israel-Flaggen, monarchistische Symbole und Pahlavi-Porträts sind nicht erwünscht", heißt es klar.
Die Parole der Protestbewegung lautet: "Frauen, Leben, Freiheit!" – ein Slogan, der weit über den Iran hinaus zu einem Symbol des Widerstands gegen autoritäre Regime geworden ist. "Nur die Menschen im Iran selbst sollen für sich entscheiden" – für diese Forderung gehen am Mittwoch auch in Wien wieder Menschen auf die Straße.