Nach dem Ansturm von zehntausenden Migranten auf die spanische Exklave Ceuta hat die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen der EU geraten, über einen Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum nachzudenken.
"Es versteht sich von selbst, dass die EU umgehend alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen und alle Optionen prüfen muss, einschließlich einer Aussetzung der Schengen-Zusammenarbeit", sagte Frederiksen am Freitag zur Nachrichtenagentur AFP.
"Unkontrollierte Einwanderung stellt eine Bedrohung für Europa und für Dänemark dar", betonte die sozialdemokratische Regierungschefin, die für ihren harten Kurs in der Ausländerpolitik bekannt ist.
Wegen der "schockierenden Bilder" aus Ceuta wollen sie und die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni die europäischen Staats- und Regierungschefs zusammenholen, um über die Lage zu beraten.
Einen Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum hatte am Donnerstag zuerst Meloni vorgeschlagen. Die spanische Regierung wies das sofort zurück und bestellte den italienischen Botschafter ein.
Die Exklave Ceuta ist zwar EU-Gebiet, allerdings nicht Teil des Schengen-Raums.
Am Freitag hat sich auch Finnland dem Vorschlag aus Rom angeschlossen.
Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßte hingegen das Vorhaben der spanischen Regierung, "die illegalen Migranten nicht auf den europäischen Kontinent zu lassen."
Laut den spanischen Behörden haben in den letzten Tagen rund 60.000 Migranten die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika gestürmt.
Insgesamt sind dabei bereits über 40 Migranten ums Leben gekommen. Das ist die größte Zahl an Migranten, die seit 2021 nach Ceuta gekommen sind.