An ersten Tankstellen in Deutschland machen sich Probleme beim Kraftstoff-Nachschub bemerkbar. Wegen des niedrigen Wasserstands am Rhein können Binnenschiffe weniger Ladung transportieren. Das erschwert die Versorgung mit Benzin, Diesel und anderen Produkten, berichtet die BILD.
In Unkel in Rheinland-Pfalz wurde an einer Aral-Zapfsäule bereits auf "regionale Versorgungsengpässe" hingewiesen. Aral bestätigt gegenüber der BILD, dass es an einzelnen Tankstellen in der Region wegen des Niedrigwassers und der hohen Nachfrage vorübergehend zu Einschränkungen kommen könne.
In Unkel ist derzeit lediglich Aral Ultimate Diesel nicht erhältlich. Alle anderen Kraftstoffe sind verfügbar.
Hintergrund der Probleme ist der niedrige Rheinpegel. Je weniger Wasser der Fluss führt, desto weniger Ladung können die Binnenschiffe aufnehmen. Dadurch wird der Transport von Benzin, Diesel, Heizöl und Flugkraftstoff schwieriger.
Auch der Bundesverband Freier Tankstellen beobachtet die Entwicklung. Hauptgeschäftsführer Daniel Kaddik erklärt der BILD: "Wir haben bereits in der letzten Woche Hinweise zu möglichen Versorgungsproblemen erhalten. Am Freitag staute es sich bei Raffinerien und einzelne Tanklager haben bereits angezeigt, dass Produkte zur Neige gehen."
Besonders im Westen und Südwesten Deutschlands könnten sich die Schwierigkeiten bemerkbar machen. Dort ist die Versorgung stärker von den Wasserstraßen abhängig. Dabei geht es laut Kaddik nicht nur um einzelne Sorten. "Von den Schwierigkeiten sind alle Kraftstoffe gleichermaßen betroffen", sagt er der deutschen Boulevardzeitung.
Für einzelne Tankstellen könnte das vorübergehende Ausfälle bedeuten. Kaddik warnt: "An einigen Tankstellen kann es also durchaus dazu kommen, dass Benzin oder Diesel zeitweise nicht verfügbar sein werden."
Von einer flächendeckenden Knappheit ist allerdings nicht die Rede. Der Mineralölverband en2x stellt gegenüber der BILD klar: "Die flächendeckende Versorgung mit Benzin, Diesel und weiteren Produkten wie Heizöl und Kerosin in Deutschland ist gesichert."
Um die Einschränkungen auf dem Rhein auszugleichen, setzt die Branche auch auf Transporte per Bahn und Lkw. Dadurch kann die Versorgung aufrechterhalten werden, der Aufwand steigt allerdings. Laut en2x entstehen dadurch zusätzliche Transport- und Logistikkosten.
Während die Versorgung deutschlandweit gesichert bleibt, kann es an einzelnen Tankstellen zeitweise trotzdem zu fehlendem Benzin oder Diesel kommen.