Nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch gibt es neue Informationen über den Zustand von Christa Pike. Die 50-Jährige liegt weiterhin auf der Intensivstation, ist mittlerweile aber bei Bewusstsein und kann wieder sprechen.
Pike war 1996 wegen Mordes verurteilt worden. Im Alter von 18 Jahren hatte sie die damals 19-jährige Colleen Slemmer zu Tode gefoltert.
Pikes Anwälte schildern ihren aktuellen Zustand so: "Entgegen aller Erwartungen ist sie bei Bewusstsein, spricht und wird weiterhin intensivmedizinisch versorgt. Trotz der schweren Verletzungen an ihren Armen ist sie noch immer an Händen und Füßen ans Bett gefesselt. Ihre Genesung ist medizinisch beispiellos. Die Prognose bleibt unklar, aber wir rechnen zumindest mit einer langen Genesungszeit."
Zugleich bedankten sie sich bei den Ärzten und Helfern, "die Christa wie einen Menschen behandelt und sie hervorragend versorgt haben".
Auch Prof. Dr. Joel Zivot, der das Anwaltsteam als Experte berät, warnt davor, bereits Entwarnung zu geben. "Sie liegt noch immer auf der Intensivstation", erklärte der Narkosearzt.
Immerhin habe sich ihr Zustand verbessert: "Sie hat sich so weit erholt, dass sie nicht mehr beatmet werden muss und sprechen kann. Aber ich würde keinesfalls sagen, dass keine weiteren ernsthaften Gefahren mehr bestehen. Es kann immer noch sehr viel schiefgehen – selbst wenn alle Beteiligten ihre Arbeit gut machen."
Pike war am Mittwoch gegen 21 Uhr mit einem Rettungswagen aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus im Großraum Nashville gebracht worden. Wo sie behandelt wird, wird geheim gehalten.
Zuvor sollte sie als erste Frau seit mehr als 200 Jahren im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Pike selbst wollte von einem ausschließlich aus Frauen bestehenden Exekutionskommando erschossen werden. Der Bundesstaat entschied sich jedoch für die Giftspritze.
Das dabei verwendete Pentobarbital zeigte nicht die vorgesehene Wirkung. Zeugen berichteten, dass Pike nach der Verabreichung auf der Liege schnarchte.
Zivot vermutet, dass das starke Schlafmittel nicht vollständig in den Blutkreislauf gelangte, sondern in umliegendes Gewebe gespritzt wurde. Zuvor hatte es sieben Einstiche am linken Arm gegeben.
Wie sich Pikes Gesundheitszustand weiter entwickeln wird, ist laut ihren Anwälten noch unklar.