Was passiert, wenn Sterne sterben? Normalerweise bedeutet das Ende eines Sterns auch den Untergang seiner Planeten. Doch jetzt haben Wissenschaftler der britischen Universität Warwick einen sensationellen Fund gemacht.
In archivierten Daten des Weltraumteleskops Hubble entdeckte das Forschungsteam rund um Jamie Williams Hinweise auf einen sogenannten Exoplaneten der zweiten Generation – einen Himmelskörper, der nicht zusammen mit seinem Stern entstand, sondern erst nach dessen Tod aus den Überresten geboren wurde.
Der Weiße Zwergstern mit der Bezeichnung HS 0209+0832 zeigt in seiner Atmosphäre ungewöhnlich hohe Mengen an schweren Elementen wie Kupfer und Niob, wie es bei heise online heißt. Das Niob kommt auf der Erde vor, entsteht aber nicht durch normale Kernfusion in Sternen, sondern nur unter extremen Bedingungen im Inneren sterbender Sterne.
Die Menge an Niob in der Atmosphäre des Weißen Zwergs ist so enorm, dass sie nur durch einen Planeten erklärt werden kann, der dieses Element kontinuierlich abgibt. Das Material fällt dann in den toten Stern und hinterlässt diese charakteristische chemische Signatur.
Bei dem Planeten handelt es sich vermutlich um einen Gasriesen in etwa der Größe des Jupiter. Er umkreist den Weißen Zwerg in einer Entfernung von nur sechs Millionen Kilometern – das ist ein Zehntel der Distanz zwischen unserer Sonne und dem Merkur.
Durch die geringe Entfernung verliert der Planet ständig Teile seiner Atmosphäre. Forscher Jamie Williams geht aber davon aus, dass er das überstehen wird: Sobald der Stern ausreichend abgekühlt ist, könnte sich der Planet stabilisieren.
Die Entdeckung könnte als Vorschau auf das Schicksal unseres eigenen Sonnensystems dienen. In einigen Milliarden Jahren wird auch unsere Sonne zum Roten Riesen anschwellen und einen Weißen Zwerg hinterlassen. In dessen Umgebung könnten dann neue Planeten entstehen, während alte Planeten weiter außen bestehen bleiben.
Die Studie wurde im Fachmagazin Nature Astronomy veröffentlicht. Das Forschungsteam will die Arbeit mit dem Hubble-Teleskop fortsetzen, um mehr solcher Planetensysteme der zweiten Generation zu finden.