Historischer Durchbruch

Erstmals leuchten Glühbirnen mit Fusionsstrom

Ein US-Startup hat es erstmals geschafft, Energie aus einem Fusionsplasma direkt in Strom umzuwandeln. Mehrere Glühbirnen leuchteten auf.
Technik Heute
04.07.2026, 20:26
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

In einem Labor in Madison im US-Bundesstaat Wisconsin leuchteten mehrere Glühbirnen auf. Der Strom dafür kam weder aus einer Batterie noch aus einem Solarpanel oder einer Turbine. Er stammte direkt aus einem heißen Plasma in einem experimentellen Fusionsreaktor.

Die neue Technik lieferte mehrere Ampere Strom bei einer Spannung von rund 100 Volt. Das reichte, um klassische Glühbirnen zum Leuchten zu bringen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Nach Angaben von Realta Fusion gelang der Versuch am Wisconsin HTS Axisymmetric Mirror, wie focus.de berichtet. Das Unternehmen spricht von einem technischen Meilenstein: Erstmals habe ein privates Fusionsunternehmen Energie aus einem aktiven Fusionsplasma direkt in nutzbaren Strom umgewandelt.

Noch kein Energieüberschuss

Der Versuch bedeutet allerdings keinen Energieüberschuss. Die Anlage verbrauchte für den Betrieb des Plasmas mehr Energie, als sie erzeugte. Der Test belegt zunächst nur, dass das Prinzip an einer echten Fusionsanlage funktioniert.

Die Technik sitzt an einem Ende des sogenannten magnetischen Spiegels. Starke Magnetfelder halten das Plasma zusammen. Geladene Teilchen bewegen sich entlang dieser Magnetfelder. Treffen sie am Ende der Maschine auf den Energiewandler, werden sie abgebremst - dabei entsteht elektrische Spannung.

Revolutionärer Ansatz

Normalerweise entsteht Strom aus Hitze: Wasser wird zu Dampf, der Dampf treibt eine Turbine an, ein Generator erzeugt Energie. Realta Fusion will bei einem Teil der Plasmaenergie auf diesen Umweg verzichten.

Etwa 80 Prozent der Fusionsenergie sollen weiterhin über einen thermischen Kreislauf laufen. Die restlichen 20 Prozent sollen direkt umgewandelt werden - mit mehr als 90 Prozent Wirkungsgrad statt nur 45 Prozent.

Günstigerer Fusionsstrom

Diese direkte Umwandlung könnte den Eigenbedarf künftiger Anlagen senken. Ein Fusionsreaktor braucht Energie, um das Plasma aufzuheizen und stabil zu halten. Wird ein Teil besser zurückgewonnen, verbessert sich die Strombilanz.

Realta Fusion erwartet dadurch eine Senkung der Stromkosten um zehn bis 20 Prozent. Die erste Generation solcher modularen Fusionskraftwerke soll Mitte der 2030er-Jahre entstehen.

{title && {title} } tec, {title && {title} } 04.07.2026, 20:26
Jetzt E-Paper lesen