35 Nationen, ein Ziel: die gläserne Trophäe für den Sieg beim 70. Eurovisions-Song-Contest in Wien. Nach zwei Semifinali (Dienstag, Donnerstag) fällt am Samstag in der Wiener Stadthalle die Entscheidung.
Die "Big Four" (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien) und Österreich als Gastgeber sind fix fürs Finale qualifiziert. Doch wie stehen die Chancen für alle anderen? "Heute" hat alle 35 Songs schon gehört. So performen sie:
Albaniens X-Factor-Sieger glänzt mit einer hoch emotionalen Ballade. Erst der dritte männliche Solo-Künstler Albaniens seit 2004.
Zur Abwechslung kein Liebeslied, sondern eines über einen langweiligen Bürojob. Starke Bühnenpräsenz, teilweise aber sehr chaotisch.
Stets für Top-Produktionen bekannt, hatte man heuer offenbar keine Lust auf den Wettbewerb – letzter Platz bei den Buchmachern.
Australisches Ausnahmetalent auf Siegeskurs. Bei Delta Goodrem stimmt einfach alles. Top-Platzierung im Jury-Voting garantiert – entscheiden wird am Ende das Publikum.
Essyla (ihr Name Alice rückwärts ausgesprochen) war Zweitplatzierte bei The Voice Belgien. Mit ihrem eher nur durchschnittlichen Song muss sie um den Finaleinzug kämpfen.
Bulgariens Dua Lipa bringt ihr Land nach drei Jahren Pause zurück zum ESC. Der Song ist wild, teilweise überproduziert, wird die Jury kaum überzeugen, das Publikum dafür auf jeden Fall.
Favoritenrolle und der erst zweite Song seit 1997, der vollständig auf Dänisch gesungen wird. Mit Søren peilt Dänemark den vierten Sieg des Landes in der Geschichte des Song Contests an.
DSDS-Zweitplatzierte und zunehmend Publikumsliebling. Deutschland dürfte diesmal alles richtig gemacht haben – auch, wenn Songs über "Feuer" beim ESC mittlerweile inflationär sind.
Vanilla Ninja versuchte viele Male vergeblich für Estland zum Song Contest zu fahren und ging 2005 für die Schweiz ins Rennen (in Kiew reichte es für Platz acht). In Wien treten sie mit einer langweiligen, farblosen Ballade auf.
Die Top-Favoriten gewannen den nationalen Vorentscheid mit der bisher höchsten Punktezahl überhaupt. Ob Finnland exakt 20 Jahre nach dem letzten ESC-Sieg erneut die Trophäe holt?
Monroe setzt Frankreichs anhaltenden Siegeswillen konsequent fort, und das durchaus mutig. Eine Frage aber bleibt freilich: Kann Operngesang ein drittes Mal in Folge gewinnen?
Die Sieger des Junior-ESC 2008 gehen für Georgien ins Rennen. Chaos ist bei der bereits 2008 gegründeten Band Bzikebi auf der Bühne vorprogrammiert. Ihr Song "On Replay" hat jedoch auch gutes Ohrwurm-Potenzial.
Die flotte Dance-Pop-Nummer hasst man oder liebt man. Der Beitrag wird seit Wochen in etlichen Foren wild diskutiert. Polarisierung hat beim ESC aber bekanntlich noch nie geschadet.
Sam Battle erreicht mit seinem YouTube-Kanal ein Millionenpublikum. Mit Eins, Zwei, Drei (erster UK-Beitrag mit nicht englischem Titel) wird es aber eng: Ob er im Finale mehr als drei Punkte abstaubt?
Dreisprachiges Stimmwunder mit einem starken Song, an dem die ESC-Zweitplatzierte des Vorjahres mitgeschrieben hat. Die Zeichen stehen erneut auf Top-Platzierung im Finale.
Eine zeitlose Italo-Ballade, wie sie im Bilderbuche steht. Der in New York geborene Sal Da Vinci verkörpert mit seiner nostalgischen Performance genau das, wofür man Italien liebt.
Hohe Dramaturgie mit tiefgründigem Kontext. Fraglich, ob die emotionalen Botschaften der 2024 gegründeten Ethno-Pop-Band auch beim weltweiten Publikum des Eurovision Song Contests ankommen können.
Hoch emotionale Ballade mit persönlicher Note – verpackt in einwandfreien Gesang. Es ist der langsamste Song des diesjährigen Wettbewerbs. Jury-Punkte sind Atvara damit garantiert.
Stimmgewalt mit fesselnder Bühnenpräsenz Der Song wird in fünf Sprachen gesungen. Der Mix aus Pop und Oper wird nach JJs Sieg im Vorjahr aber heuer eher nicht gewinnen
Eva Marija performt Luxemburgs allerersten ESC-Beitrag, der keine französischen Textstellen enthält. Der Song ist angenehm und geht gut ins Ohr. Am Gesang wäre bis 14. Mai aber noch zu feilen.
Aidan setzt mit "Bella" auf Authentizität und Eleganz. Sollte es mit dem Song-Contest-Sieg nichts werden, ist es der perfekte Soundtrack für den nächsten James-Bond-Film.
Duracell-Hasen auf Ecstasy, tatsächlich aber eine gut produzierte Nummer mit hohem Wiedererkennungswert. Moldau sorgt beim ESC seit Jahren für fulminanten Spaßfaktor.
Montenegro konnte sich bei bisher 13 Teilnahmen nur zwei Mal für das Finale qualifizieren. 2026 könnte die Statistik etwas aufpolieren: Der Song hat im 1. Halbfinale deutlich schwächere Konkurrenz.
Jonas Lovv erreichte im Vorjahr das Halbfinale von The Voice und überzeugt mit seiner Stimme. Ob er dafür das richtige Lied gewählt hat, ist allerdings fraglich. Finaleinzug offen.
Cosmó hat enormes musikalisches Talent und schaffte es 2022 auch bis ins Finale von The Voice Kids. Mit "Tanzschein" beschert er uns einen Radio-Ohrwurm – für den ESC ist der Song aber leider nichts.
Alicja bekommt als Leidtragende des abgesagten ESC 2020 nun ihre zweite Chance. Eine der besten Stimmen des diesjährigen Contests, leider mit einem etwas konfusen Song.
Mit Bandidos do Cante bleibt Portugal stabil: Für die einen ist es ein Einschlaflied, für andere ein kulturelles Glanzstück. Für Furore dürfte der Beitrag jedenfalls nicht sorgen. Auch das Überstehen des Semifinales wackelt.
Starke Rückkehr Rumäniens nach drei Jahren Wettbewerbspause. Der diesjährige Song bleibt in Erinnerung, der Gesang wechselt technisch sauber zwischen Pop, Rock und Oper. "Choke Me" ist ESC pur!
Senhit vertritt San Marino zum dritten Mal und steuert diesmal auf ihr schlechtestes Ergebnis zu. 2021 gelang noch der Finaleinzug, heuer wird es mit ihrem einfallslosen Popsong eher eng.
Top-Produktion mit gewaltiger Stimme, heuer allerdings ohne Wiedererkennungswert. An Schwedens Gleichstand mit Irland bei den meisten Gesamtsiegen (je 7) wird sich 2026 nichts ändern.
Alice klingt wie eine Nummer von P!nk, die es nicht mal zur Single schaffte. Klangvoll und melodisch, zugleich aber farblos und langatmig. Fusaro werden wir Samstag eher nicht in der Stadthalle hören.
Dynamisch und expressiv Serbien setzt mit "Kraj Mene" („Neben mir“) heuer überraschend auf Metal. Der Song lebt von der starken Bühnenshow und wird polarisieren. Nicht jedermanns Sache, aber definitiv mutig.
Gesangliche Meisterleistung mit einem riskanten Song: Die Perfektion ist für den Song Contest so unüblich, dass sie auch nach hinten losgehen könnte. Es bleibt spannend!
Die Ukraine gehört zu den Top- ESC-Nationen überhaupt (seit 2003 nie im Halbfinale raus). Das wird auch mit Leléka so bleiben. An die Erfolge der Vorjahre wird sie heuer jedoch nicht anknüpfen.
Ein mediterraner Sommersong mit Gewinnerpotenzial. Bei guter Bühnenshow wird die Halle beben. Zyperns Siegeswille hält seit Jahren unaufhaltsam an. 12 Punkte aus Griechenland sind fix.
"Heute" berichtet als nationaler Medienpartner über alle Entscheidungen live in allen Medien – täglich aktuell in der Print-Tageszeitung, auf Heute.at und Social Media.