Die dramatischen Bilder aus Frankreich gehen gerade durch Europa. Gebäude brennen, Geschäfte werden geplündert und immer wieder kommt es auch zu gewaltvollen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Doch könnten sich solche Szenen bald auch in Österreich abspielen? Am Donnerstag, 22. Oktober, gingen in Wien tausende Studenten gegen die Uni-Sparpläne auf die Straße. Auch in Frankreich haben Schülerproteste den Ausgangspunkt der Protestwelle gebildet.
"Das Potenzial für Eskalationen in Österreich gibt es", sagt Nicolas Stockhammer, Extremismusforscher der Donau-Uni Krems zu "Heute". Es sei nicht auszuschließen, "dass sich Akteure dazu mischen, die das für ihre Zwecke ausnutzen wollen". Auch in Frankreich hätten sich Gruppen mit anderen Interessen sozusagen in die Schülerproteste mit eingeklinkt, laut Ermittlungen zu großen Teilen Linksextremisten.
Dennoch geht Stockhammer davon aus, dass die Proteste in Österreich friedlicher zugehen werden. Ein entscheidender Unterschied: Die Sicherheitsbehörden seien durch die Ereignisse in Frankreich bereits vorbereitet. "Die Proteste im Ausland waren wie eine Art Warnschuss", sagt der Experte.
Plünderungen von Geschäften hält er deshalb für eher unwahrscheinlich. Er könnte sich aber Zusammenstöße gegen die Polizei vorstellen. Entscheidend sei, wie viele Menschen sich durch entsprechende Protestaufrufe mobilisieren lassen.
Eine interessante Entwicklung: "Die österreichische Szene hängt am Gängelband der deutschen Szene", sagt Stockhammer. Strukturen wie der Schwarze Block würden nämlich oft stark transnational agieren. Man müsse daher beobachten, was in Deutschland passiert.