Noch gehört das Grundstück in der Schleppbahngasse einer Unternehmerfamilie. Doch was dort künftig entstehen könnte, sorgt in Bruck an der Mur bereits für Diskussionen. Die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Österreich wirbt laut "Kronen Zeitung" um Spenden für ein neues Kulturzentrum. Geplant ist offenbar auch eine große Moschee.
Vor allem bei der FPÖ stoßen die Pläne auf Ablehnung. Die Partei kündigt Widerstand an. Ob das Grundstück überhaupt verkauft wird, ist derzeit noch unklar.
Im Brucker Rathaus verfolgt man die Entwicklungen rund um das Areal nahe der LKH-Kreuzung aufmerksam. Das Grundstück gehört derzeit noch einer Unternehmerfamilie, deren Unternehmensgruppe insolvent ist.
Bereits im Frühsommer soll der Verein der Bosniaken bei der Stadt vorgesprochen haben. Damals sei von einem geplanten "Kulturzentrum" die Rede gewesen. Konkrete Angaben zum Baubeginn oder zur Umsetzung habe es allerdings nicht gegeben. Zunächst müsse die Finanzierung gesichert werden, heißt es in dem Bericht.
Dass auf dem Gelände eine größere Moschee in Form einer Brücke entstehen könnte, erfuhr die Stadt nach den vorliegenden Angaben erst durch einen Facebook-Beitrag.
Die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Österreich bittet in den sozialen Medien um finanzielle Unterstützung für das Vorhaben. Das geplante Gebäude soll nach Angaben des Vereins ein "Ort für Gebet, Unterricht für Kinder und Jugendliche sowie kulturelle Aktivitäten" werden.
Damit sind neben religiösen Veranstaltungen auch Bildungsangebote und kulturelle Treffen vorgesehen. Wie groß das Gebäude tatsächlich werden soll und wann mit einer Umsetzung zu rechnen wäre, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Während der Verein Spenden sammelt, formiert sich politischer Widerstand gegen das Projekt. Bei einem Bürgerstammtisch am Donnerstag wurde laut FPÖ-Landtagsabgeordnetem Philipp Könighofer intensiv über die Pläne diskutiert.
Gegenüber der "Steirerkrone" schildert er die Stimmung so: "Verunsicherung und Irritation in der Bevölkerung sind groß, es tauchen sehr viele Fragen auf." Die FPÖ will sich gegen die Errichtung einer Großmoschee einsetzen.
Könighofer kündigt an, dem Vorhaben "mit allen juristischen und politischen Möglichkeiten" entgegenzutreten.
Auch der Brucker FPÖ-Vizebürgermeister Raphael Pensl lehnt das geplante Gebäude ab. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die vorgesehene Dimension und die mögliche Wirkung auf die Umgebung.
"Ein Gebäude dieser Dimension würde das historisch gewachsene Stadt- und Landschaftsbild verändern!", erklärt Pensl gegenüber der "Krone". Ob und in welcher Form das Projekt tatsächlich umgesetzt werden könnte, steht allerdings noch nicht fest.
Eine wesentliche Voraussetzung für das Vorhaben fehlt derzeit noch: Der Kauf des Grundstücks ist nicht abgeschlossen. Laut Grundbuch befindet sich das Areal weiterhin im Eigentum der bisherigen Unternehmerfamilie.
Damit ist offen, ob der Verein die Fläche überhaupt erwerben kann. Auch zur Finanzierung und zu einem möglichen Zeitplan gibt es bisher keine konkreten Angaben.
Während die Diskussionen in Bruck an der Mur bereits laufen, ist somit noch nicht entschieden, ob die geplante Moschee tatsächlich gebaut wird.