Die geplante Event-Arena in St. Marx (Wien-Landstraße) soll einmal die Wiener Stadthalle ersetzen, doch bei dem Bauprojekt ist Sand im Getriebe – es kommt nicht vom Fleck. Im Wiener Gemeinderat wollte ÖVP-Gemeinderat Hannes Taborsky nun diese Woche von Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SP) wissen, wie es um das Millionenprojekt steht und ob die zuletzt kolportierten Probleme Auswirkungen auf den weiteren Bau haben.
Novak machte dabei klar: So weit wie ursprünglich erhofft, ist das Projekt noch nicht. Die geplante Multifunktionsarena befinde sich derzeit weiterhin in einer Projekt- und Vorbereitungsphase. Aktuell würden sowohl wirtschaftliche als auch architektonische Fragen diskutiert und nachverhandelt. Eigentlich sollte die Arena schon seit einem Jahr in Bau sein und 2030 eröffnen – daraus wird nichts, das Projekt verzögert sich.
Die Zuständigkeiten seien in dieser Phase aber klar geregelt, so Novak. Der Projektpartner müsse die Pläne in der notwendigen Qualität entwickeln und liefern. Erst danach könne das eigentliche Verfahren eingeleitet werden. In diesem einreichungsfähigen Status dieses Projektes sei man jedoch noch nicht, so die Vizebürgermeisterin.
Damit ist auch eine Baubewilligung noch nicht in Sicht. Man sei davon "noch ein Stück entfernt", räumte Novak ein. Bislang sei aber noch kein Geld geflossen. Grund dafür sei, dass die Zahlungen an eine Baubewilligung gekoppelt seien. Für die Stadt Wien soll das Projekt jedenfalls keine zusätzlichen Kosten verursachen. "Ziel sei es, dass für die Stadt Wien keine Mehrkosten anfallen", so Novak.
Die Wiener ÖVP sieht die Entwicklung kritisch. Landesparteiobmann Markus Figl verwies darauf, dass auch Jahre nach der Präsentation der Arena zentrale Fragen offen seien. Von der Stadt brauche es aus Sicht der ÖVP endlich Klarheit darüber, wie es mit dem Projekt weitergeht.
ÖVP-Finanzsprecher Taborsky kritisierte insbesondere den Verweis auf ein "schlechtes Erbe", den Novak verwendet hatte. "Der Verweis auf ein schlechtes Erbe löst kein einziges der bestehenden Probleme. Die Finanzstadträtin trägt jetzt Verantwortung für das Projekt und muss Lösungen auf den Tisch legen", so Taborsky.
Die VP fordert einen klaren Fahrplan für die weitere Umsetzung und mehr Transparenz über die nächsten Schritte. "Die Wien Holding Arena darf nicht weiter von einer Verzögerung in die nächste schlittern", kritisierten Figl und Taborsky.
Novak stellte hingegen klar, dass es sich bei der Arena um ein großes Projekt mit hohem Finanzvolumen handle. Derzeit befinde man sich in Nachverhandlungen und in der Vorbereitungsphase. Bis die neue Halle steht, verwies Novak auf die Wiener Stadthalle. Die "Good Old Lady" habe erst beim Song Contest wieder bewiesen, dass sie für Großveranstaltungen noch immer gut geeignet sei.
Die neue Arena soll auf dem seit Jahren brachliegenden Areal neben der bestehenden Marx-Halle, der früheren Rinderhalle, entstehen. Bereits 2019 wurde angekündigt, dass dort die neue Eventhalle gebaut werden soll. In einem ersten Vergabeverfahren hatte eine Tochter der amerikanischen Oak View Group (OVG) als Bestbieterin den Zuschlag erhalten. Die zweitplatzierte CTS Eventim Group, zu der auch Ö-Ticket gehört, legte dann aber Einspruch ein.
Nachdem der ursprüngliche Zuschlag für nichtig erklärt worden war, kam schließlich CTS Eventim zum Zug. Das Angebot wurde überarbeitet und die Kosten wurden gesenkt. Schon 2024 präsentierte der Unterhaltungskonzern gemeinsam mit der Stadt Wien die Pläne. Wer die Halle baut, hat dort auch das Ticketgeschäft in der Hand.
Die Grünen Wien fordern erneut einen Stopp des Projekts. "Wie viele Großprojekte in Wien läuft auch dieses Projekt Gefahr, um Jahre verzögert zu werden und Millionen Euro mehr zu verschlingen als geplant. Ziehen wir jetzt die Notbremse, bevor noch mehr Geld verbrannt wird", so Klubobmann Georg Prack. Bei der Präsentation des Projektes 2019 ging man noch von einer Eröffnung 2024 aus. "Die neue Halle wird die lokale Szene schwächen und es werden keine zusätzlichen Abgaben in das Wiener Budget fließen. Das ist eindeutig gegen das öffentliche Interesse", meint Kultursprecherin Ursula Berner.