Am 20. Februar hat das Warten ein Ende – beim nationalen Vorentscheid "Vienna Calling" wird entschieden, welcher Künstler für Österreich auf der großen ESC-Bühne stehen darf. Einer kennt diesen Prozess nur zu gut: Musiker, Kabarettist und ESC-Kandidat im Jahr 2005: Christof Spörk.
Mit seiner Band Global Kryner und dem Song Y Así ging es für Spörk nach Kiew, nachdem sich das Publikum und die Fachjury beim nationalen Vorentscheid für ihn entschieden hatten. Doch der Traum platzte schnell: Die Band schied mit Platz 21 im ersten Halbfinale aus. Heute spricht er im Podcast "Merci Cherie" von Marco Schreuder, Alkis Vlassakakis, Sonja Riegel und Simon Graser über die Auswirkungen, die der Bewerb auf seine Band hatte.
"Mit der Distanz überwiegt das Positive absolut," lässt er seine Erfahrungen Revue passieren. Dennoch: Das frühe Ausscheiden hat Spuren hinterlassen: "Du wirst plötzlich als Vertreter des Landes gepusht medial – aber wenn du dann nicht lieferst, dann fällst du umso tiefer. Und das ist uns passiert, das muss man einfach so sagen. Das hat auch sehr weh getan."
"Wir haben vor dem Song Contest wirklich eine volle Säle gehabt und nach dem Song Contest noch zwei Monate. Dann hat uns zwar jeder gekannt, aber es ist keiner mehr gekommen," erzählt er. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: "Bei aller Liebe zum Song Contest – es ist schon ein Spektakel, das für Musiker sehr gefährlich sein kann."
Erst fast Jahrzehnt später habe er verstanden auf was es beim ESC ankommt: "Die Musik ist zwar wichtig, aber vielleicht nicht das Allerwichtigste. Ich habe den Song Contest erst ab 2014 so richtig verstanden: Dass diese pure Lebensfreude, das Feiern und die Diversität eigentlich die Botschaft ist."
Trotz seinen Erfahrungen, wünscht er den heimischen Teilnehmern, die um das Finalticket kämpfen, nur das Beste: "Ich hoffe, dass die die ausgewählt werden, die richtige Entscheidung getroffen haben und nicht enttäuscht werden." Einen Vorteil haben die diesjährigen Kandidaten jedoch: Der auserwählte Künstler muss die Hürde des Halbfinales nicht überwinden – Österreich als Host-Land ist automatisch im Finale.