Die Niederländerin Joke trägt den Namen "Hans" in verschiedensten Größen und Schriftarten auf ihrer gesamten Haut. Ihr ehemaliger Lebensgefährte hat sie dazu gezwungen. Wie 20 Minuten berichtet, unterstützt die Stiftung für Tattoo-Reue ("Spijt van Tattoo") Betroffene wie Joke. Über eine Spendenaktion werden Teile der Kosten für die professionelle Entfernung dieser Brandmarkungen übernommen.
"Selbst eine kleine Tätowierung hat nach dem Ende der Beziehung bei vielen Frauen noch enorme psychische Folgen", heißt es im Aufruf der Stiftung. Joke ist das Gesicht der Kampagne, stellvertretend für viele Frauen, die Demütigung, Manipulation und Missbrauch durch ihre Partner erlebt haben.
Ihr Ex kaufte sich eine Tätowiermaschine über einen Onlineshop aus China. Danach verewigte er seinen Namen, seine Initialen oder Sprüche wie "Eigentum von" an allen möglichen Stellen auf Jokes Körper. Besonders perfide: Er wählte gezielt jene Stellen aus, die seiner Meinung nach einmal von einem anderen Mann berührt worden sein könnten.
Joke war zu dieser Zeit psychisch sehr angeschlagen, wurde gedemütigt und lebte permanent in Angst. Sie konnte sich gegen die verbalen Angriffe und die Einschüchterung ihres Partners nicht wehren und versuchte, sich mit Alkohol und Tabletten zu betäuben, heißt es weiter.
Als Gesicht der Kampagne will Joke zeigen: "Frauen tun so etwas nie freiwillig – sie werden dazu gezwungen, körperlich oder seelisch." Es ist ein Problem, das oft im Verborgenen bleibt und nun mehr Aufmerksamkeit bekommen soll.
Mittlerweile sind viele der Tattoos, vor allem im Gesicht, schon entfernt worden. Die psychischen Narben aber werden sie noch länger begleiten. "Wer tief gefallen ist, kann auch wieder aufstehen. Wenn ich es schaffe, dann können es andere auch", sagt sie überzeugt.
Bis Ende des Jahres hofft Joke, wieder ganz ohne Tätowierungen zu sein. Die gesamte Behandlung wird umgerechnet etwa 30.000 Euro kosten.