Experte: Jetzt Österreich-Lockdown für Öffnungen im Mai

Leere City während des harten ersten Lockdowns in Österreich.
Leere City während des harten ersten Lockdowns in Österreich.ALEX HALADA / picturedesk.com
Der Virologe Norbert Nowotny fordert einen zweiwöchigen Lockdown für das gesamte Land, damit im Mai auch wirklich Öffnungsschritte folgen können.

Während Wien und Niederösterreich aufgrund der angespannten Lage auf den Intensivstationen noch (zumindest) bis zum 2. Mai im Lockdown verharren, hat sich das Burgenland dagegen entschieden. Schon am kommenden Montag, dem 19. April, werden Schulen, Handel und körpernahe Dienstleister wieder öffnen dürfen. Dies sei möglich, da Burgenland aktuell eine 7-Tages-Inzidenz von 185 vorweisen kann. (Mehr dazu hier >>)

Doch kann das gut gehen? Hierzu äußerte sich der Virologe Norbert Nowotny in einem Puls24-Interview mit René Ach. Vernünftiger wäre auch für dieses Bundesland eine Verlängerung des Lockdowns gewesen, die Intensivstationen im Burgenland seien nämlich voll, so der Experte. Zwar sei richtig, dass die Inzidenzen dort derzeit sinken, aber durch die britische Virusvariante immer mehr jüngere Menschen schwer an Corona erkranken und einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen.

 "Und diese jüngeren Menschen sind dann auch länger auf der Intensivstation."

Virologe Prof. Dr. Norbert Nowotny
Virologe Prof. Dr. Norbert NowotnyScreenshot Puls24

Es wäre nicht nur virologisch und epidemiologisch sinnvoll gewesen, dass das Burgenland bei der Lockdown-Entscheidung mit Niederösterreich und Wien mitzieht, sondern eben wegen der Situation in den Spitälern. Diese drei Bundesländer würden sich aktuellen Zahlen über die Lage au der Intensivstation zufolge, deutlich von den restlichen Bundesländern abheben. "Die sind wirklich an ihren Grenzen", schildert Nowotny. 

Öffnungsschritte, wenn...

Der Virologe erinnert daran, dass für Anfang Mai bereits erste Öffnungsschritte angedacht seien. Um "auch länger öffnen zu können" sollte die 7-Tage-Inzidenz in Österreich daher auf 100 gesenkt werden. Derzeit beläuft sich jener Wert aber bei 208,6. 

 Erst bei einer niedrigeren Inzidenz (von 100) "können wir den Mai besser und länger genießen - mit wirklichen Öffnungsschritten, auch in der Gastronomie".

Die altbekannten Maßnahmen (FFP2-Maske, Abstand, Testen) und Regeln (Abriegelung von Bezirken mit zu hohen Inzidenzen) zeigen laut Nowotny Wirkung. Auch schlägt sich das Impfen "minimal" im Infektionsgeschehen nieder. "All das trägt dazu bei, dass wir jetzt wirklich beginnen, fallende Zahlen zu sehen." Und weiter:

"Nur sollten wir noch deutlicher runterkommen, damit wir dann richtige Öffnungsschritte in Kürze - in zwei oder drei Wochen - haben können."

Am Beispiel von Vorarlberg sei zu sehen, dass es durch die Öffnungen Zahlen-technisch prozentuell wieder einen sehr großen Anstieg gebe. Absolut gesehen habe das kleine Bundesland aber "noch immer gute Zahlen". Dies würde auch im Rest des Landes im Mai zu sehen sein. Daher müssten die Zahlen noch weiter nach unten gebracht werden, bevor es zu den angedachten Lockerungen kommt, erläutert der Virologe. 

Lockdown für Österreich?

Am Freitag bespricht die Bundesregierung im Rahmen des Corona-Gipfels mit Experten, wie im Kampf gegen die Pandemie weiter verfahren wird. Was ist zu erwarten? 

 Der Meinung des Virologen zufolge sollte bestenfalls das gesamte Land am 18. April in einen zweiwöchigen Lockdown geschickt werden

Der Grund: Die Erreichung des Ziels einer "7-Tage-inzidenz von in etwa 100 (..), um dann wirklich den Mai mit Öffnungen entsprechend genießen können". Abschließend fasste der Experte zusammen: "Wenn wir immer eher am Anschlag sind, glaube ich, hat keiner was davon."

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