Niederösterreichs Exportwirtschaft hat sich 2025 trotz Krisen, hoher Kosten und Handelskonflikten weitgehend behauptet. Laut vorläufigen Daten der Statistik Austria exportierten die heimischen Unternehmen Waren im Wert von 28,34 Milliarden Euro.
Gegenüber 2024 bedeutet das allerdings ein Minus von 1,1 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer bleibt Niederösterreich damit auf Platz drei.
Wichtigster Handelspartner ist weiterhin Deutschland. Waren im Wert von 7,4 Milliarden Euro wurden dorthin geliefert. Die Ausfuhren gingen allerdings um 3,3 Prozent zurück. Zulegen konnten hingegen die Exporte nach Ungarn, Italien, Tschechien und Polen. Besonders Italien entwickelte sich mit einem Plus von 3,7 Prozent positiv.
Deutlich düsterer fällt die Bilanz beim Geschäft mit den Vereinigten Staaten aus. Die Exporte in die USA sanken um 17,9 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro.
Als Gründe gelten vor allem die US-Zollpolitik und anhaltende Unsicherheiten im internationalen Handel. Diese hätten Investitionen und Geschäftsentscheidungen spürbar belastet.
Zu den wichtigsten Exportgütern aus Niederösterreich zählen Maschinen, elektrotechnische Waren, Mineralölerzeugnisse, Fahrzeuge sowie Produkte aus Eisen und Stahl. Während elektrotechnische Waren und Stahlprodukte zulegen konnten, gab es bei Maschinen ein Minus von 8,1 Prozent. Auch Fahrzeuge und Mineralölerzeugnisse wurden deutlich weniger exportiert.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) sieht besonders bei Sicherheits- und Verteidigungsgütern Handlungsbedarf. Heimische Unternehmen müssten stärker von den Milliardeninvestitionen Europas profitieren können.
"Unsere Betriebe verfügen über das Know-how und die Innovationskraft. Sie brauchen aber klare Rahmenbedingungen und einfachere Exportbestimmungen", erklärte Mikl-Leitner.
Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker setzt große Hoffnungen in neue EU-Handelsabkommen. Diese könnten niederösterreichischen Unternehmen den Zugang zu neuen Märkten erleichtern.
Kari Ochsner, Präsident der NÖ-Industriellenvereinigung, warnt hingegen vor hohen Kosten, schwachen Margen und wachsender Unsicherheit. Er fordert konkurrenzfähige Energie- und Standortkosten, weniger Bürokratie und verlässliche Bedingungen für Investitionen.
Große Chancen sieht die Wirtschaft auch beim Wiederaufbau der Ukraine. Die Exporte dorthin stiegen trotz des Krieges um rund 26 Prozent.
Besonders gefragt könnten künftig heimische Lösungen in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Umwelttechnik und Industrie sein.