Antonelli beendete in seinem Mercedes den Grand Prix von Katar am vergagenen Sonntag auf dem fünften Platz. Und das, obwohl der junge Italiener lange Zeit um das Stockerl mitkämpfte, bis zur vorletzten Runde noch Vierter war. Dann unterlief dem 19-Jährigen aber ein Patzer. Antonelli verlor bei einer Unkonzentriertheit kurz sein Heck, konnte den Boliden aber noch abfangen. Das reichte aber, um dem hinterherfahrenden McLaren-Ass Lando Norris das Überholmanöver zu ermöglichen.
Ein Überholmanöver, der direkte Auswirkungen auf die Fahrer-Weltmeisterschaft hat. Denn statt zehn Punkten nimmt der Brite nun zwölf Zähler Vorsprung auf Vierfach-Weltmeister Max Verstappen, den Rennsieger von Katar, mit zum Saisonfinale nach Abu Dhabi.
Antonellis Patzer war zunächst nicht in der Live-TV-Übertragung zu sehen gewesen. Deshalb verbreiteten sich schnell böse Vorwürfe. So unterstellten Verstappens Renningenieur Gianpiero Lambiase unmittelbar nach der Zieldurchfahrt des Niederländers am Funk und wenig später auch Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko in Interviews im Fahrerlager dem Italiener Absicht. Das löste eine Welle der Entrüstung in sozialen Netzwerken aus. Antonelli wurde übelst beleidigt, es gab sogar Morddrohungen. Red Bull ruderte mittlerweile zurück und entschuldigte sich bei Antonelli, wie auch Marko selbst.
"Es war nicht leicht, solche Kommentare für etwas zu erhalten, das ich niemals tun würde: einen Konkurrenten vorbeiwinken. Ich habe noch um den dritten Platz gekämpft, habe gepusht, um in den DRS-Bereich hinter Carlos Sainz zu kommen. Nach so vielen Runden, die ich gepusht habe in der Dirty Air, ist dieser Fehler passiert", erklärte Antonelli nun in Abu Dhabi. Die Red-Bull-Erklärung habe ihn wieder aufgebaut. Auch Lambiase sei zu ihm gekommen, man habe sich ausgesprochen, erzählte der 19-Jährige.
Und berichtete dann auch von einem Gespräch mit Vierfach-Weltmeister Verstappen. Der Niederländer und der 19-Jährige sind gut befreundet. "Max hat gesehen, was passiert ist. Er hat mich sogar unterstützt. Das war wirklich, wirklich sehr nett von ihm", erzählte Antonelli. Er könne aber nicht aussprechen, was der Niederländer ihm gesagt habe. Es sei in die Richtung gegangen: "Mach dir keine Sorgen wegen dieser Leute, die sind alle hirnlos. Konzentriere dich auf den Job."
Das Saisonfinale in der Formel 1 steht am Sonntag auf dem Programm.