Aston Martin ist das Krisen-Team der neuen Formel-1-Saison. Teamchef und Star-Designer Adrian Newey hatte zuletzt mit der Erklärung aufhorchen lassen, dass starke Vibrationen vom Motor dem Auto zu schaffen machen. Diese Vibrationen sind dermaßen stark, dass die Stars Fernando Alonso und Lance Stroll nicht mehr als 25 beziehungsweise 15 Runden fahren dürfen, um keine bleibenden Nervenschäden zu riskieren – ein schwerer Nackenschlag für das Aston-Martin-Team, das mit Motorpartner Honda und großen Ambitionen in die neue Saison startete, schnell auf dem harten Boden der Realität landete.
So auch im Qualifying im Albert Park von Melbourne am Samstag. Da hatte Stroll gar nicht erst an den Start gehen können, verpasste wegen technischer Probleme bereits das dritte Freie Training davor, insgesamt brachte es der Kanadier auf gerade einmal 16 Runden an diesem Wochenende.
Nachdem Stroll keine einzige Zeit im Qualifying gesetzt hatte, hing der Start im Rennen am Sonntag am seidenen Faden. Alle Piloten müssen eigenlich innerhalb von 107 Prozent der Pole-Zeit bleiben. Das wären 1:24,014 Minuten. Aston Martin beantragte eine Ausnahmegenehmigung für Stroll, die der Motorsport-Weltverband letztendlich erteilte.
Dass die Sonderstarterlaubnis tatsächlich bewilligt wird, war aufgrund der großen Probleme des Rennstalls allerdings alles andere als sicher. Aston Martin führte an, dass Teamkollege Fernando Alonso die Zeit gefahren war und vor den beiden Cadillac-Piloten auf Rang 17 landete, das Team brachte die Erfahrung Strolls mit 178 Rennstarts ins Spiel und dass der Kanadier 859 Kilometer in dem Aston Martin bereits gefahren sei. All das zeigte Wirkung.
Dasselbe Prozedere mussten auch der schwer gecrashte Max Verstappen und Williams-Star Carlos Sainz durchlaufen. Für beide Piloten war dies allerdings nur eine Formalität, da sie im Laufe des Rennwochenendes ihre Konkurrenzfähigkeit bereits unter Beweis gestellt hatten.
Im Großen Preis am Sonntag wird Aston Martin aber ohnehin kaum eine Rolle spielen. Es wird spekuliert, dass das Team aufgrund der großen technischen Probleme beide Autos nach wenigen Runden, womöglich sogar nach der Aufwärmrunde und damit vor dem Start, aus dem Rennen nehmen könnte.