Wie "Heute" berichtet, ist die Zahl der Todesopfer nun auf zwölf gestiegen. Die Behörden im Norden der geteilten Mittelmeerinsel teilten am Freitag mit, dass zwei Frauen tot geborgen wurden. Die Suche nach den Vermissten geht weiter.
Nordzyperns Regierungschef Ünal Üstel sagte im Onlinedienst X: "Die Suchoperationen werden rund um die Uhr fortgesetzt, um unsere 16 Vermissten zu erreichen." Spezialtaucher und Marinedrohnen sind im Einsatz und untersuchen das Wrack, das in 514 Metern Tiefe liegt.
Seit Mittwoch helfen auch zwei türkische Marineschiffe bei der Suche. Mit an Bord: Unterwasserdrohnen, die bis zu 1.000 Meter tief tauchen können.
Die Fähre mit 267 Personen an Bord war am Sonntag auf dem Weg in die Türkei vor der Nordküste von Zypern gekentert und gesunken – nur kurz nach dem Ablegen im Hafen von Kyrenia. 239 Menschen konnten gerettet werden. Zuerst war von acht Toten und 20 Vermissten die Rede. Die Opfer sind laut Behörden allesamt türkische Staatsbürger.
Warum das Unglück passiert ist, bleibt bisher offen. Der Kapitän und acht weitere Verdächtige sitzen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung in Untersuchungshaft. Bei einer Gerichtsanhörung in Kyrenia am Donnerstag sagten die Ermittler: Das Unglück hätte vermieden werden können, wenn der Kapitän langsamer gefahren und die Fähre wieder vorsichtig zurück in den Hafen gesteuert hätte, als das Wasser ins Schiff eindrang.
Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei ist der einzige Staat, der die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Die international anerkannte Republik Zypern im Süden ist seit 2004 Mitglied der EU.