Stau und lange Wartezeiten

"Fahre 50 Minuten statt 20" – Ärger über S-Bahn-Sperre

Seit der Sperre der Wiener Stammstrecke klagen Fahrgäste über lange Wartezeiten und deutlich längere Fahrten. Ausweichrouten sorgen zudem für Stau.
Wien Heute
18.09.2026, 14:43
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Seit der Sperre der Wiener Stammstrecke häufen sich Beschwerden über die Verkehrssituation im 3. Bezirk. Besonders im Bereich Ungargasse/Fasangasse soll es deutlich häufiger zu Staus kommen. Gleichzeitig berichten Öffi-Fahrgäste von langen Warte- und Umsteigezeiten.

Die Straßenbahnlinie O gilt für viele als wichtige Ausweichmöglichkeit zwischen Praterstern, Wien Mitte und Rennweg. Doch auf dichtere Intervalle ist offenbar nicht immer Verlass: Teilweise warten Fahrgäste bis zu zehn Minuten auf die nächste Bim.

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50 statt 20 Minuten

Besonders ärgerlich: Die gesamte Fahrt von Rennweg bis Floridsdorf Bahnhof soll zu Randzeiten inklusive Umsteigen und Wartezeiten teilweise rund 50 Minuten dauern – laut Betroffenen mehr als doppelt so lange wie vor der Sperre.

Grüne: "Verkehrschaos war absehbar"

Die Grünen Landstraße kritisieren unterdessen die Planung von ÖBB, Stadt Wien und Wiener Linien. Das Modell, mit dem die notwendigen Verstärkungen auf den Ausweichlinien – darunter U1, U6 und die Linie O – berechnet wurden, gehe laut Grünen davon aus, dass rund 25 Prozent der betroffenen Fahrgäste nicht mehr auf die Öffis setzen und etwa auf das Auto umsteigen.

"Damit war bereits in der Planungsphase absehbar, dass die Stammstreckensperre nicht nur für Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs erhebliche Einschränkungen mit sich bringen würde, sondern auch zu einer zusätzlichen Belastung des Straßenverkehrs führt", so Siegrid Widhalm, Bezirksvorsteher Stellvertreterin (Grüne).

Vorwürfe richten sich gegen die Stadt: Maßnahmen, um die erwarteten Verkehrsprobleme abzufedern, seien bereits frühzeitig möglich gewesen und könnten teilweise auch jetzt noch umgesetzt werden. "Die aktuelle Verkehrssituation ist keine unvorhersehbare Folge der Stammstreckensperre", so Widhalm.

Wiener Linien: "Sind gut aufgestellt"

"Das Öffi-Netz der Wiener Linien ist gut aufgestellt", heißt es von den Wiener Linien auf "Heute"-Nachfrage. Gemeinsam mit den ÖBB und dem Österreichischen Institut für Raumplanung (ÖIR) sei ein umfangreiches Verkehrskonzept erarbeitet worden, das sich nun bewähre.

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Vorgesehen sind unter anderem Umleitungen im ÖBB-Verkehr, Ersatzverkehre, zusätzliche Verbindungen sowie dichtere Intervalle bei U-Bahn und Straßenbahn. "Die Fahrgäste verteilen sich im Gesamtnetz; dort, wo ein höheres Fahrgastaufkommen erwartet wurde, wurden gezielte Maßnahmen gesetzt", so die Wiener Linien.

Dichtere Intervalle und Beschleunigungsmaßnahmen

Konkret fahren U1, U2 und U4 in dichteren Intervallen. Die U6 ist in der Hauptverkehrszeit im 2:40-Minuten-Takt mit allen verfügbaren Zügen unterwegs. Die Linie 18 fährt seit 5. September bis U2 Stadion, die Linie 62 wurde mit dichteren Intervallen bis zum Quartier Belvedere umgeleitet. Bei der Linie O wurden zusätzliche Beschleunigungsmaßnahmen umgesetzt, zudem kommen ausschließlich Langzüge zum Einsatz.

"Die aktuellen Erfahrungen zeigen, dass die umfangreichen und aufeinander abgestimmten Maßnahmen insgesamt greifen", betonen die Wiener Linien. Auch bei der Linie O sehen die Wiener Linien ausreichend Kapazitäten. "Eine Sperre dieser Größenordnung fordert das gesamte Netz, punktuell kann es vor allem in der Morgenspitze etwas voller werden."

Linie O im Fokus

Probleme gebe es aber durch den dichten Autoverkehr. Vor allem im Bereich der Fasangasse und der Invalidenstraße würden Straßenbahnen aufgehalten. Dadurch würden sich die wartenden Fahrgäste nicht gleichmäßig auf mehrere Bims verteilen, sondern verstärkt in die jeweils nächste Straßenbahn einsteigen. Einzelne O-Wagen seien dadurch voller, während nachfolgende Bims wieder ausreichend Kapazitäten hätten.

Seit Anfang 2026 wurden im Rahmen von "Mehr Tempo für Bus und Bim" aber bereits mehrere Maßnahmen umgesetzt, betont man. Dazu zählen ein neues Ampelprogramm an der Kreuzung Landstraßer Gürtel/Fasangasse, erneuerte Parkplatzmarkierungen in der Radetzkystraße sowie ein Parkverbot in der Ungargasse vor der Invalidenstraße. "Gemeinsam mit der Stadt haben wir die Linie O besonders im Fokus und erarbeiten weitere Verbesserungen, damit sie möglichst flüssig und zuverlässig vorankommt", so die Wiener Linien.

red,18.09.2026, 14:43