Der Fall um eine 89-jährige Murtalerin ist dramatisch: durch eine perfide Betrugsmasche wurde ihr gesamtes Vermögen gestohlen. Am Ende borgte sie sich sogar Geld, um die Forderungen der Täter zu erfüllen.
Angefangen hatte alles mit einem klassischen Promi-Köder auf der Seite Pinterest, berichtet die "Kleine Zeitung". Dort sah sie eine Werbung, die ein in Österreich bekanntes Gesicht zeigte. Millionenshow-Moderator Armin Assinger soll darin vermeintlich das große Geld versprochen haben. Doch der bekannte Kärntner hat nichts mit der Anzeige zu tun, sein Gesicht wurde von Betrügern missbraucht.
Nachdem die 89-Jährige auf die Werbung geklickt hatte, meldete sich ein "Luis Leitner" bei ihr. Er schickte der Dame einen gefälschten Lebenslauf und eine Fake-Adresse zu. Demnach glaubte die Steirerin, dass der vermeintliche Krypto-Berater in der Nähe ihrer Schwester wohnte.
So sei Vertrauen entstanden. In weiterer Folge überwies die 89-Jährige immer mehr Geld. Schlussendlich waren 89.000 Euro weg, auch von einem Freund borgte sie sich etwas, um noch mehr überweisen zu können. Als dieser Freund sein Geld dann zurückforderte, flog der Schwindel auf.
Die Frau habe dem Mann gestanden, wofür sie das geborgte Geld benötigt hatte. Danach habe er sie zur Polizei gebracht. Die Seniorin habe sich geschämt. Die Beamten hatten ihr geraten, den nächsten Betrag in bar zu überreichen, um einen der Betrüger schnappen zu können.
So kam es dann auch: Erneut wurden von der Frau 15.000 Euro verlangt. Bei der vermeintlichen Übergabe waren dann Polizeibeamte vor Ort. Für einen jungen Ukrainer klickten am Ende die Handschellen. In der Gerichtsverhandlung zeigte sich der Mann zurückhaltend.
Wie die "Kleine" berichtet, soll er behauptet haben, nicht zu wissen, was hinter der Abholung steckt. Er habe sich "nichts dabei gedacht". Diese Darstellung wollte der Richter nicht gelten lassen. "Eine alte Dame gibt Ihnen 15.000 Euro bar – und Sie glauben, das ist legal?", soll er den Angeklagten gefragt haben.
Im Prozess wurden auch Fotos gezeigt, die den Ukrainer mit Geldbündeln zeigen. So soll er quer durch Europa und auch in die Emirate gereist sein. Während die Hintermänner vermutlich nie gefasst werden, wurde der junge Mann nun zu 15 Monaten Haft verurteilt, zehn davon bedingt. Da er bereits fünf Monate in Untersuchungshaft verbüßt hatte, wurde der Geld-Kurier entlassen.