Ein Facebook-Posting mit Folgen: Ein 46-jähriger Mann aus dem Bezirk Leoben ist am Landesgericht wegen übler Nachrede zur Kasse gebeten worden, berichtet die "Kleine Zeitung". Er hatte im Netz sowohl Simone Lugner als auch den Leobener Gemeinderat Walter Reiter massiv beschimpft.
Richter Richard Gollner fand dazu klare Worte: "Man kann es gar nicht oft genug sagen: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum", wird der Vorsitzende in der Tageszeitung zitiert. Und weiter: "Wenn man sich bemüßigt fühlt, andere im Internet zu beleidigen, dann muss man die Konsequenzen dafür tragen."
Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht geständig. Sein Verteidiger erklärte, dass sein Mandant die Strafen akzeptiere, jedoch die ursprünglich geforderten Summen für ihn nicht leistbar seien. Der Mann ist derzeit arbeitslos und verfügt über ein monatliches Einkommen von rund 1.300 Euro, berichtet die "Kleine Zeitung".
Am Ende wurde eine Einigung erzielt: Insgesamt muss der 46-Jährige laut Bericht 5.173 Euro zahlen - 2.500 Euro wegen des Postings über Simone Lugner und 2.673 Euro wegen der Aussagen über Walter Reiter. Zusätzlich verpflichtete er sich, eine Unterlassungserklärung zu veröffentlichen.
Diese muss für 30 Tage auf seinem Facebook-Profil sichtbar sein. Allerdings kündigte der Mann im Prozess mehrfach an, seinen Account ohnehin löschen zu wollen.