Beleidigungen im Netz landen immer öfter vor Gericht. Auch Simone Lugner geht gegen Hasspostings vor. Am Dienstag musste sich ein 42-jähriger Niederösterreicher deshalb im Wiener Landl verantworten.
Der Mann soll die Baumeister-Witwe in einem Posting als "Erbschleicherin" bezeichnet haben. Dafür wurden von ihm 8.000 Euro plus Kostenersatz gefordert. "Ich sollte 11.000 Euro zahlen", wird der Angeklagte in der "Kronen Zeitung" zitiert.
Vor Gericht zeigt sich der Mann reuig. "Ich weiß, dass ich einen Scheiß gmacht hab", sagt er. Er habe sich auch entschuldigt, könne die geforderte Summe aber nicht aufbringen. "Ich hab mich auch dafür entschuldigt beim Herrn Anwalt. Aber ich hätt die 11.000 Euro niemals zahlen können. Ich kann ja nicht einmal die Rate zahlen", so der Angeklagte laut "Krone".
Der 42-Jährige lebt von Notstandshilfe und hat rund 1.000 Euro im Monat zur Verfügung. Die Hälfte davon geht für Alimente drauf. Zudem berichtet er, dass sein Sohn krank sei und er deshalb seit zwei Jahren nicht arbeiten könne.
Die Richterin macht im Prozess klar, dass die Bezeichnung "Erbschleicherin" ehrenrührig ist. Damit droht dem Mann eine Verurteilung. Gleichzeitig fallen bereits Prozesskosten an - in diesem Fall 1.533 Euro.
Im Gerichtssaal wird schließlich um die Höhe der Zahlung verhandelt. Die Forderung sinkt schrittweise von 1.000 auf 700 und schließlich auf 500 Euro. Dennoch muss der Angeklagte zehn Raten zu je 200 Euro bezahlen, damit das Verfahren nicht weitergeführt wird.
Zum Schluss wendet sich der Mann laut "Krone" noch an den Anwalt: "Ich seh unter jedem Artikel über Frau Lugner noch schlimmere Postings als meines, müssen die auch alle Tausende Euro zahlen?" Die Richterin reagierte knapp: "Bitte nicht pampig werden."