Fehde in Wien

Syrer legen Feuer: Konkurrenzkampf am Brunnenmarkt

Eine Fehde zwischen einem Marktstandler und einem Konkurrenten gipfelte am Brunnenmarkt in einem Brandanschlag – 4 Verdächtige stehen nun vor Gericht.
Christian Tomsits
07.04.2026, 14:37
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Eine brutale Brunnenmarkt-Fehde zwischen zwei erbittert konkurrierenden Marktstand-Betreibern aus Syrien endete nun vor Gericht. Vier junge Landsleute der Streithähne mussten sich vor dem Wiener Straflandesgericht wegen schwerer Sachbeschädigung und Brandstiftung verantworten.

Alle Angeklagten teilten sich praktischerweise den gemeinsamen Geburtstag am 1. Jänner und gingen seit ihrer Ankunft in Wien – wenn überhaupt – nur einer geringfügigen Beschäftigung nach, einer absolvierte immerhin einen Alphabetisierungskurs. In Mafia-Manier sollten sie gemeinsam im vergangenen Sommer den Halal-Fleisch-Konkurrenten einschüchtern.

In der Nacht auf den 24. Juli stürmten sie vermummt und mit Eisenstangen bewaffnet den neu gegründeten Stand des Opfers und zerschlugen das Glas der Geschäftsfront – es entstand rund 4.600 Euro Schaden. Doch das war dem erbosten Fleischer offenbar noch nicht genug.

Anwalt Andreas Reichenbach vertrat zwei der vier Verdächtigen.
Denise Auer

Der von einem seiner Mitarbeiter organisierte Schlägertrupp, dem im Gegenzug Geld und Drogen versprochen worden waren, soll Anfang August versucht haben, den Shop mit Benzin in Brand zu stecken. Die Aktion wurde tatsächlich brandgefährlich: Die Syrer verteilten den Brandbeschleuniger aus mehreren Kanistern, zündeten den Shop an und flüchteten. Nur weil die Feuerwehr rechtzeitig da war, blieb eine Brandkatastrophe aus.

Benzinspuren an den Schuhen zweier Verdächtiger sowie gefundene Videos auf deren Handys machten es den Ermittlern leicht, alle Verantwortlichen auszuforschen. Top-Verteidiger Andreas Reichenbach redete daher auch vor Gericht nicht lange herum: "Ich fass’ mich kurz, sie sind geständig. Das Ganze ist aus einem erbitterten Konkurrenzkampf resultiert", erklärte er.

Der Geschäftsmann (er wird ebenfalls juristisch verfolgt) habe einfach nicht akzeptieren wollen, dass sich sein Ex-Mitarbeiter "direkt vor seiner Nase selbstständig machte", dann sei eben "alles eskaliert." Zwei Angeklagte bekamen 24 bzw. 21 Monate teilbedingte Haft für Brandstiftung, die anderen werden an einem anderen Tag weiterverhandelt. Die Unschuldsvermutung gilt.

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