15 Monate bedingte Haft

Polizei baut schweren Unfall – Kollegin schlürft Kaffee

Nach einem schlimmen Polizei-Crash vor einer Tankstelle in Wien-Döbling griff eine anwesende Kollegin nicht ein. Nun wurde sie dafür verurteilt.
Wien Heute
07.04.2026, 15:45
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Beim heftigen Aufprall vor der besonders bei Road-Runnern beliebten Tankstelle in Wien-Döbling wurden am 28. September 2025 mehrere Beamte verletzt – wir berichteten. Eine zufällig vor Ort anwesende Kollegin half ihren Kollegen jedoch nicht – und musste sich deshalb nun vor Gericht verantworten.

Die Beamtin war in der Nacht auf dem Weg in ihre Dienststelle, hielt bei einer Tankstelle und holte sich einen Kaffee. Dann krachte vor der Tür ein Funkwagen bei einer Verfolgungsjagd in einen silbernen Mercedes. Drei Polizisten waren im Einsatzfahrzeug – zwei davon waren nach dem Crash schwer benommen, eine junge Uniformierte sogar zeitweise bewusstlos.

Dazu gesellte sich schnell eine gaffende Menge, die den verletzten Beamten die Arbeit erschwerte. "Ich war machtlos, einer gegen viele", schilderte ein Polizist vor Gericht. Türen wurden aufgerissen, die verletzten Beamten im Auto hämisch gefilmt. "Wir hätten Hilfe dringend gebraucht", so eine der Betroffenen. Und besagte Beamtin? Die schlürfte drinnen am Tankstellentresen seelenruhig ihren Kaffee.

Laut Anklage ging sie erst nach Hinweis der Tankwartin kurz raus, kehrte dann aber zurück – angeblich mit der Einschätzung "nur ein kleiner Sachschaden". Nach 25 Minuten verließ sie dann in ihrem Dienstauto die Örtlichkeit und schaltete sogar ihr Blaulicht an, da die Einfahrt versperrt war.

Vor Gericht verteidigte sich die 60-Jährige laut APA damit, dass sie den Ernst der Lage nicht erkannt haben will und auch über Funk nichts davon mitbekam. Doch laut der Tankwartin, die als Zeugin aussagte, soll die Polizistin nach dem Crash versucht haben, auf sie einzuwirken, in ihrer Aussage die Lautstärke des Crashs zu verharmlosen. Außerdem habe sich mehrfach nach Videoüberwachung erkundigt, ob diese mit Ton sei. "Ich soll nicht sagen, dass der Schepperer so laut war", so die Angestellte.

Das Urteil war rasch gefällt: 15 Monate bedingte Haft wegen Missbrauchs der Amtsgewalt und versuchter Anstiftung zur falschen Beweisaussage, nicht rechtskräftig. Dennoch darf – typisch Österreich – die Beamtin ihren Job nun bis zur Pensionierung behalten, da sie sich in ihrer Karriere bisher nichts zuschulden habe kommen lassen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 07.04.2026, 15:45
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