Beauty-Alarm am Welser Landesgericht: Am Donnerstag sitzt eine 43-Jährige auf der Anklagebank, die offenbar lieber spritzte als studierte. Drei Jahre lang soll sie quer durch Österreich als falsche Hautärztin unterwegs gewesen sein. Ihre Spezialität: Botox, Hyaluron und Fett-weg-Spritzen.
Die ästhetischen Behandlungen habe sie laut Anklage "an einer größeren Anzahl von Personen durchgeführt" – die dafür erforderliche Ausbildung soll sie aber nie absolviert haben. Sie soll also vorgegeben haben, Fachärztin für Dermatologie zu sein.
Die Show habe sie in ganz Österreich abgezogen, sogar in ihrer eigenen Wohnung wurde gespritzt. Nach einer fehlerhaften Botox-Behandlung bekam eine Patientin dann aber Falten über einer Augenbraue – sie zeigte die 43-Jährige daraufhin an.
Die Liste der Anklagen ist lang: Kurpfuscherei, Betrug, fahrlässige Körperverletzung und die versuchte Bestimmung zur falschen Beweisaussage. Denn: Die 43-Jährige wollte eine Bekannte dazu anstiften, für sie bei der Polizei eine Falschaussage zu machen.
Wie viele Personen tatsächlich von der Beschuldigten behandelt wurden, ist laut Gerichtssprecher Johannes Huber noch nicht bekannt. Zumindest neun Patienten sind bekannt – allein dabei steckte sich die 43-Jährige rund 1.000 Euro ein: "Die Personen haben pro Behandlung zwischen 150 und 250 Euro bezahlt", so Huber.
Im Zuge einer Hausdurchsuchung habe sie zudem ein Beweismittel unterdrückt und soll gefälschte Dokumente über eine vermeintliche Absolvierung eines Medizinstudiums benutzt haben. Die 43-Jährige zeigt sich bis jetzt nicht geständig: "Sie sagt, sie ist eh Ärztin und hat ein Diplom aus Russland", so Huber.
Ein Gutachten sage aber, dass die Zeugnisse nicht nachvollziehbar sind. Im Fall einer Verurteilung droht der 43-Jährigen eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Es gilt die Unschuldsvermutung.