Tierschützer üben Kritik

Fall "Elmo" – so könnten Hunde Einschläferung entgehen

Im Fall "Elmo" sollen drei Hunde zugebissen haben. Den Tieren droht die Einschläferung. Daran üben Experten Kritik. Es gäbe auch Alternativen.

Oberösterreich Heute
Fall "Elmo" – so könnten Hunde Einschläferung entgehen
"Wir wollen nicht, dass 'Peanut' (Mitte) und 'Cookie' (r.) eingeschläfert werden": Jürgen Stadler von der Pfotenhilfe.
Facebook, Pfotenhilfe

Anfang Oktober wurde in Naarn im Mühlviertel (Bez. Perg) in Oberösterreich eine Joggerin von drei Hunden attackiert und getötet. Der Fall sorgte für Entsetzen und einen Aufschrei, es wurden Rufe nach schärferen Regeln für Kampfhunde laut.

Rückblick: Es war 9.15 Uhr, als eine 60-Jährige aus dem Bezirk Perg am 2. Oktober auf einem Feldweg in der Gemeinde Naarn von mehreren American Staffordshire Terrier (kurz Amstaff) angefallen und getötet wurde.

Vorwurf der grob fahrlässigen Tötung

Wie berichtet, wurde Strafantrag gegen die Halterin eingebracht. Der Vorwurf lautet auf "grob fahrlässige Tötung". Der Strafrahmen beträgt bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. "Laut Strafantrag wird davon ausgegangen, dass alle drei Hunde zugebissen haben", so die Sprecherin der Behörde, Ulrike Breiteneder.

    Die tödliche Attacke im Oktober sorgte für Entsetzen.
    Die tödliche Attacke im Oktober sorgte für Entsetzen.
    TEAM FOTOKERSCHI / KERSCHBAUMMAYR

    Die Staatsanwaltschaft wirft der Halterin keine "ausreichende Kontrolle" über ihre Hunde vor. Außerdem sei die Frau auch nicht in der Lage gewesen, die Tiere vom Opfer wegzubringen. Der Fall soll am 7. März am Landesgericht Linz verhandelt werden. Der Frau drohen bis zu drei Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

    Hunden droht Einschläferung 

    Laut Auskunft eines Sprechers des Landesgericht Linz wurden die beiden anderen beteiligten Hunde "Peanut" und "Cookie" im Oktober in einer Tierunterkunft in Mistelbach (Niederösterreich) untergebracht. Den beiden könnte ebenfalls die Einschläferung drohen. Auf eine diesbezügliche "Heute"-Anfrage sagt eine Mitarbeiterin des Tierheims, man wolle gegenüber einer Zeitung derzeit keinen Kommentar abgeben.

    Jetzt übt ein bekannter Tierschützer scharfe Kritik an den Ämtern: "Wenn die Behörden eine Euthanasie vorhaben, wundert es mich, dass sie es noch nicht angeordnet haben", sagt Jürgen Stadler von der Pfotenhilfe in Lochen (Bez. Braunau) zu "Heute".

    Er geht davon aus, dass die BH Mistelbach "in Absprache" mit der BH Perg für die Einschläferung zuständig ist. Stadler betont allerdings: "Wir sind scharf dagegen, Hunde einzuschläfern." 

    Stadler erklärt gegenüber "Heute" auch, wie man eine Einschläferung trotz der Bluttat vermeiden könnte. "Es gibt durchaus Hunde, die resozialisiert werden können. Es gibt dafür spezielle Hundetrainer".

    Wir sind scharf dagegen, die Hunde einzuschläfern.
    Jürgen Stadler
    Pfotenhilfe

    Wie berichtet, haben die Behörden gegen die mittlerweile 38-Jährige Halterin ermittelt. Es wurden mehrere Gutachten eingeholt. Eine DNA-Untersuchung hatte ergeben, dass Spuren von drei Hunden an der Leiche der Frau gefunden wurden. Der Anwalt der Züchterin betonte immer, dass das nicht heiße, dass auch tatsächlich alle drei Hunde zugebissen haben. Das sieht die Anklage offenbar anders.

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      Auf den Punkt gebracht

      • Eine 60-jährige Joggerin wurde in Oberösterreich von mehreren American Staffordshire Terriern attackiert und getötet, was zu einem Strafantrag gegen die Halterin aufgrund grob fahrlässiger Tötung führte
      • Zwei der beteiligten Hunde könnten ebenfalls eingeschläfert werden, was einen Tierschützer dazu veranlasst, das Vorgehen der Behörden zu hinterfragen
      red
      Akt.
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