Das Worst-Case-Szenario bei Explosionen in iranischen Atomanlagen wäre eine katastrophale Freisetzung von radioaktiven Materialien in die Umwelt. Dies könnte zu einer massiven radioaktiven Verseuchung der Umgebung führen. Dieser Fallout hätte weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung und die Umwelt.
Laut dem FPO-Bericht "The Ayatollah’s Nuclear Gamble" enthielt die Uran‑Konvertierungsanlage in Isfahan mindestens 370 Tonnen Uranhexafluorid. Werden nur 1 bis 20 Prozent einer derartigen Menge freigesetzt, könnten 5.000 bis 70.000 Menschen sofort oder mittelfristig sterben oder schwere Verletzungen erleiden. Es drohten zudem Lungen-, Haut- und Organschäden.
Groß ist auch die Gefahr von radiologischer Wasserinfiltration: Wenn Uranhexafluorid in den Untergrund gelangt, könnte es die wichtige Grundwasserleitung "Markazi‑Aquifer" kontaminieren und Millionen Menschen langfristig vergiften (Gefahren: Knochenkrebs, Geburtsfehler).
Urananreicherungsanlagen wie jene in Isfahan, Natanz und Fordo enthalten keine besonders aktiven Reaktorkerne - deshalb ist dort das Fallout‑Risiko geringer als bei Reaktoren. Es kann jedoch hochgiftiges Alphapartikel‑Uran freigesetzt werden. Dieses Uran ist tödlich, wenn es eingeatmet wird.
Ein (möglicherweise auch unbeabsichtigter) Treffer auf das Kernkraftwerk Bushehr wäre gravierend: Es könnte zu großflächiger radioaktiver Freisetzung von Cäsium-137, Verseuchung des Persischen Golfs und massiver Trinkwasser-Kontamination führen. Das Risiko einer regionalen Katastrophe wäre extrem hoch. Was die Gefahr mindert: Bushehr ist hunderte Kilometer von den (bisherigen) Angriffszielen der Israelis und Amerikaner entfernt.
Die von US-Präsident Donald Trump am 24. Juni verkündete Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran hat nur kurz gehalten. Der Iran soll Raketen auf Israel abgeschossen haben, die israelische Armee konterte mit neuerlichen Angriffen auf Teheran.