Wenige Tage vor dem Start der Fußball-WM sorgt Michel Platini für einen Paukenschlag. Der frühere UEFA-Präsident hat in Frankreich Strafanzeige gegen FIFA-Boss Gianni Infantino und mehrere ehemalige Schweizer Justiz- und Fußballfunktionäre eingebracht.
Wie ein Sprecher des 70-Jährigen mitteilte, ist Platini überzeugt, dass es vor mehr als zehn Jahren eine gezielte Verschwörung gegeben habe, um seine Wahl zum FIFA-Präsidenten zu verhindern.
Der ehemalige französische Teamspieler wirft den Beschuldigten unter anderem falsche Anschuldigungen und unzulässige Einflussnahme vor. Zusätzlich zur Strafanzeige wollen seine Anwälte auch eine Zivilklage gegen den Weltverband FIFA einreichen und Schadenersatz fordern.
Platini hatte ähnliche Vorwürfe bereits 2022 gegenüber den Schweizer Behörden erhoben. Besonders brisant: Der Franzose galt lange als Favorit auf die Nachfolge des damaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter. Am Ende wurde jedoch Gianni Infantino zum Chef des Weltverbands gewählt. Der Schweizer hatte zuvor als UEFA-Generalsekretär unter Platini gearbeitet.
Der Machtkampf geht auf das Jahr 2015 zurück. Damals gerieten Platini und Blatter wegen einer Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken ins Visier der Justiz. Beide wurden wegen mutmaßlichen Betrugs zulasten der FIFA angeklagt, jedoch im vergangenen Jahr in einem Berufungsverfahren rechtskräftig freigesprochen.