Angriff aufs Kanzleramt

Farb-Attacke in Berlin: "Blut an den Händen"

Ein 76-jähriger Aktivist hat das Berliner Kanzleramt mit roter Farbe beschmiert. Mit der Aktion wollte er gegen die Nahost-Politik protestieren.
Nick Wolfinger
08.04.2026, 13:49
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In Berlin hat am Dienstag ein Umwelt- und Friedensaktivist die Fassade des Kanzleramts mit roter Farbe beschüttet und mit seinen Händen rote Abdrücke hinterlassen. Anschließend hielt er ein Transparent mit der Botschaft hoch: "Merz du brichst das Völkerrecht".

Mit der Aktion wollte der 76-Jährige "gegen die deutsche Mittäterschaft beim Angriffskrieg im Nahen Osten" protestieren. Konkret nennt der Aktivist die US-Luftwaffenbasis Ramstein in Deutschland. Von dort aus werden die US- und israelischen Angriffe auf den Iran unterstützt.

"Blut an den Händen"

"Wenn Merz Rammstein weiter zulässt, dann unterstützen wir, dann unterstützt er den Angriffskrieg. Damit macht er sich schuldig (...) und deswegen klebt auch an seinen Händen Blut", erklärt der Aktivist in dem Video.

Beide Männer, der Aktivist und der 40-jährige Kameramann, wurden daraufhin von der Polizei einer Identitätsfeststellung unterzogen. Das Berliner Landeskriminalamt ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Palästina-Gruppe und Öko-Aktivist

Zu der Aktion hat sich die Gruppe "Peacefully Against Genocide" bekannt ("friedlich gegen den Genozid"). Die mit dem schwarz-weiß-karierten "Palästinensertuch" hinterlegte Abkürzung "PaG" ist auch auf dem Transparent zu sehen. Die Gruppe hat bereits mehrere ähnliche Aktionen durchgeführt.

So wurde bereits im November des Vorjahres das Kanzleramt mit roter Farbe beschmiert. Damals ging es freilich um den israelischen Angriff auf den Gazastreifen und nicht um den Iran. Aber auch dieses Mal wird die Tat in den Kontext der Palästinenser gerückt: Die Aktion vom 7. April 2026 fand exakt 30 Monate nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel (7. Oktober 2023) statt.

Auch der Aktivist ist kein Unbekannter. Über den 76-jährigen Ernst H. finden sich zahlreiche Medienberichte und auch Interviews. Er sei seit 2017 "in Vollzeit Klimaaktivst", schrieb die "Zeit" im Vorjahr. H. war damit eines der bekanntesten Gesichter der "Letzten Generation" in Deutschland und brachte es als "Klimakleber" zu fragwürdiger Berühmtheit.

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