Immer mehr Lehrer in Österreich drehen bei der Arbeitszeit runter: Die Teilzeitquote steigt – und erreicht besonders im Westen und in OÖ neue Höchstwerte. An vielen Pflichtschulen arbeitet inzwischen fast jede zweite Lehrkraft reduziert.
Im laufenden Schuljahr ist der Anteil erneut gestiegen, berichtet der "ORF". An Pflichtschulen arbeiten rund 35 Prozent der Lehrkräfte nicht in Vollzeit, an Bundesschulen sind es bereits etwa 38 Prozent. Damit liegt Österreich auch im internationalen Vergleich auf hohem Niveau.
Noch auffälliger sind die Zahlen in Oberösterreich: Dort sind an Pflichtschulen rund 44 Prozent der Lehrer in Teilzeit, an Bundesschulen rund 42 Prozent. Heißt: Vollzeit wird an vielen Schulen immer mehr zur Ausnahme.
Besonders stark zeigt sich der Unterschied zwischen Frauen und Männern. Laut Rechnungshof arbeiteten im Schuljahr 2023/24 an Bundesschulen rund 43 Prozent der Lehrerinnen nicht voll, an Pflichtschulen knapp 38 Prozent. Bei den Männern lagen die Werte mit 26 beziehungsweise 22 Prozent deutlich darunter.
Auch Junglehrer treiben die Entwicklung mit an. Wer seit Herbst parallel noch das Masterstudium abschließt, darf nur noch eingeschränkt unterrichten. Die Schutzregelung soll Überlastung verhindern – schiebt die Teilzeitquote aber zusätzlich nach oben.
Der Rechnungshof sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. Weniger Teilzeit wäre ein wichtiger Schritt gegen den Lehrermangel, so der Tenor. Ganz so einfach ist das aber nicht, weil Vollzeit im Schulbetrieb oft am unterschiedlichen Bedarf verschiedener Fächer scheitert.