Federico Doneddu kämpfte dreieinhalb Stunden mit dem Fisch. „Innerhalb einer Minute hat er schon einen halben Kilometer Leine abgezogen. Da war mir klar: Das ist kein gewöhnlicher Fisch“, erinnert sich der 25-Jährige im Gespräch mit dem "Corriere della Sera".
Schnell wurde ihm klar, dass es sich um einen echten Ausnahmefang handelt.
„Ich hab zu meinem Vater gesagt: 'Der hat sicher über 80 Kilo.' Nach zwei Stunden hab ich mich dann korrigiert: 'Das sind eher 150.'“ Als der Fisch endlich an Bord war, stellte sich heraus: Der Thunfisch war 2,3 Meter lang und wog 168 Kilo. „Eines der größten Exemplare, die ein Sportfischer bei uns im Meer erwischen kann.“
„Das Angeln ist schon immer unsere gemeinsame Leidenschaft“, sagt Doneddu über sich und seinen Vater. „Während andere zum Fußball gehen, geh ich fischen.“ Auch an diesem Montag fuhren die beiden direkt nach der Arbeit – Federico arbeitet als Friseur in einem Salon – zum Meer im Golf von Arbatax auf Sardinien. Mit so einem Fang hat aber niemand gerechnet.
Kaum hatte der Fisch angebissen, begann das Tauziehen. „Wenn der Fisch davonschwimmt, lässt man los. Wird er langsamer, holt man die Schnur wieder ein“, erklärt Doneddu. Fünf oder sechs Mal musste er die Angelschnur loslassen, bevor der Fisch endlich aufgab. „Jedes Mal hat es sich angefühlt, als müssten wir wieder von vorne anfangen.“
Es war extrem anstrengend. Die Angel konnte er seinem Vater aber nicht übergeben, weil er mit dem Gürtel eingehakt war. „Also hab ich die Zähne zusammengebissen bis zum Schluss.“
Nach kritischen Stimmen in sozialen Medien betont Doneddu, dass der Fang absolut legal war. „Natürlich. Die Saison für Blauflossenthunfisch startet am 16. Juni und läuft bis Ende Oktober. Ich hab die Hafenbehörde informiert und alles gemeldet.“
Als Sportfischer darf er laut 20 Minuten den Fisch nicht verkaufen. „Wir haben ihn unter Familie, Freunden und allen, die uns beim Herausziehen geholfen haben, aufgeteilt.“ Der Fisch ist inzwischen verarbeitet. „Als Erstes hab ich ein Tatar gemacht.“