Prügeleien, Mobbing

Fehlende Erziehung! Mehr Gewalt in steirischen Schulen

Die Gewalt unter Schülern in der Steiermark steigt spürbar an. Experten orten die Hauptursachen im Umgang der Eltern mit ihren Kindern.
Österreich Heute
01.04.2026, 12:41
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Ein falsches Wort, ein schiefer Blick – und plötzlich eskaliert die Situation. Was früher mit einem verbalen Streit endete, endet heute immer öfter mit Fäusten. In der Steiermark berichten Schulen von zunehmender Gewalt unter Schülern. Für viele gehört Angst inzwischen zum Schulalltag – berichtet die "Kleine Zeitung".

Dabei wirkt vieles wie eine spontane Explosion. Doch Experten warnen: Diese Ausbrüche kommen nicht aus dem Nichts. Gewalt ist meist das Ende einer Entwicklung, die lange vorher beginnt – oft außerhalb der Schule.

Gewalt entsteht nicht im Klassenzimmer

"Gewalt wird oft von Kindern ausgeübt, die selbst Gewalt erlebt haben", sagt Susanne Pekler vom Verein Neustart. Dabei geht es nicht nur um körperliche Übergriffe, sondern auch um emotionale Vernachlässigung oder fehlende Zuwendung im Alltag.

Kinder, denen Halt und Orientierung fehlen, suchen andere Wege, um sich durchzusetzen. Gewalt wird so zum Ventil für Frust, Überforderung oder das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit - mit drastischen Folgen für Mitschüler.

Fehlende Erziehung verschärft die Lage

Gewaltpräventions-Experte Günther Ebenschweiger sieht vor allem Defizite im Elternhaus. Viele Kinder würden nicht mehr lernen, wie man Konflikte löst oder mit Ablehnung umgeht. Fehlende Grenzen und mangelnde Konsequenz führen dazu, dass aggressive Reaktionen zunehmen. Gleichzeitig erleben Kinder, dass sie durch auffälliges Verhalten Aufmerksamkeit bekommen – selbst dann, wenn sie dafür bestraft werden.

Handy verstärkt die Gewaltspirale

Ein weiterer Faktor ist das Smartphone. Laut Jugendanwältin Denise Schiffrer-Barac hat sich der Umgang miteinander stark verändert. Respektvolle Diskussionen treten in den Hintergrund, stattdessen dominieren Provokation und Abwertung.

Über soziale Netzwerke werden Gewalt und Hass ständig sichtbar und wirken wie ein Verstärker. Kinder orientieren sich daran, während viele Eltern den Überblick verlieren - ein Kreislauf, der sich immer weiter zuspitzt.

Schulen stoßen an ihre Grenzen

Lehrer stehen vor einer immer schwierigeren Aufgabe. Neben dem Unterricht sollen sie Konflikte lösen, die ihren Ursprung oft tief im privaten Umfeld der Kinder haben. Experten fordern daher mehr Unterstützung durch speziell geschulte Fachkräfte. Denn klar ist: Ohne Hilfe von außen lässt sich die Gewaltspirale kaum durchbrechen. Die Prügelei passiert im Klassenzimmer – doch ihre Ursachen liegen meist ganz woanders.

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