Fast fünf Jahrzehnte lang gehörte sie zum Alltag in Wien und Umgebung. Jetzt heißt es Abschied nehmen von einer echten ÖBB-Ikone: Die legendäre Baureihe 4020 geht endgültig in den Ruhestand.
Generationen von Pendlern fuhren mit den blau-weißen Garnituren in die Arbeit, zur Schule, nach Hause oder hinaus ins Umland.
Die letzte Fahrt der verbliebenen 4020-Garnitur ab Bahnhof Wien-Heiligenstadt findet am Freitag, dem 3. Juli 2026, statt. Danach ist Schluss mit einem Kapitel Bahngeschichte, das 1978 begonnen hat.
Der Abschied kommt nicht überraschend. Die alten Nahverkehrszüge können mit den Anforderungen des modernen Bahnverkehrs nicht mehr mithalten: keine Barrierefreiheit, keine Klimaanlage, dazu werden Ersatzteile immer seltener und teurer. Mit der Modernisierung der Wiener S-Bahn-Stammstrecke endet auch der planmäßige Einsatz endgültig.
Doch nicht alle wollen den Kult-Zug einfach am Schrottplatz sehen. Drei junge Eisenbahn-Fans – Philip, Firmian und Johannes – haben die "Initiative Bahnkultur" gegründet. Ihr Ziel: Sie wollen einen 4020er kaufen, restaurieren und als Stück österreichischer Bahngeschichte erhalten.
Dafür läuft ein Crowdfunding mit mehreren Stufen. Zuerst sollen rund 20.000 Euro für den Kauf einer Garnitur zusammenkommen. Weitere 20.000 Euro wären für einen zweiten Triebkopf und eine zweite Garnitur nötig. Für eine geschützte Unterbringung über zehn Jahre werden 200.000 Euro angepeilt, das große Ziel liegt bei 400.000 Euro – inklusive Neulackierung und langfristigem Erhalt.
Ob der 4020er also wirklich noch einmal eine Zukunft auf Schiene hat, hängt jetzt am Geld. Scheitert das Projekt, sollen die Spenden zurückfließen. Klappt es, könnte aus dem alten Pendlerzug ein rollendes Denkmal werden.