Autofahrer müssen sich am Samstag auf massive Einschränkungen in Tirol einstellen. Die Fernpassstraße (B179) wird zwischen 9.45 und 12 Uhr wegen zweier angemeldeter Demonstrationen komplett gesperrt. Gleichzeitig bleibt auch das Hahntennjoch (L246) für den gesamten Verkehr geschlossen.
Die Sperren treffen ausgerechnet auf den Ferienstart in Bayern und Baden-Württemberg. Deshalb rechnet das Land mit deutlich mehr Verkehr als an gewöhnlichen Samstagen.
Zwischen den Bereichen Reutte/Katzenberg und Nassereith/Rastland ist während der Sperre kein Durchkommen – weder Richtung Norden noch Richtung Süden. Die Maßnahmen erfolgen wegen zweier Demonstrationen in den Bezirken Reutte und Imst.
Auch eine Umfahrung über das Hahntennjoch ist nicht möglich. Die Landesstraße wird während der Sperre ebenfalls vollständig gesperrt. Damit soll verhindert werden, dass Ausweichverkehr die umliegenden Gemeinden belastet.
Die Sperre auf der B179 gilt für den gesamten Verkehr. Ausnahmen gibt es laut Behörden nicht – auch Anrainer dürfen die gesperrten Bereiche nicht passieren. Lediglich Einsatzfahrzeuge sind ausgenommen.
Anrainer entlang der Hahntennjochstraße dürfen diese hingegen trotz der Sperre weiterhin benützen. Auch Radfahrer dürfen die gesperrten Abschnitte nicht befahren.
Wer in der Region Urlaub macht, kann den Bereich zwischen den beiden Sperren weiterhin befahren. Für die An- und Abreise stehen unter anderem die B187 Richtung Garmisch-Partenkirchen oder die L21 Richtung Lechtal zur Verfügung.
Allen anderen empfiehlt das Land, den Fernpass großräumig zu umfahren – etwa über Vorarlberg und den Arlberg oder über die A8, A93 und A12. Auch eine Route über den Achenpass ist möglich. Wer nach Italien unterwegs ist, kann auf die Brennerautobahn ausweichen.
Auslöser der Demonstrationen ist erneut der Protest gegen das sogenannte Fernpasspaket der Tiroler Landesregierung. Im Vorfeld hatte auch die Alpenkonvention-Rechtsservicestelle CIPRA Kritik geäußert und den geplanten Fernpasstunnel als nicht mit der Alpenkonvention vereinbar bezeichnet.
Nach Angaben der veranstaltenden Bürgerinitiative soll es bei den Kundgebungen diesmal auch einen Austausch zwischen Politik und Bevölkerung geben. Laut Sprecher Ludwig Gruber haben – mit Ausnahme von ÖVP und SPÖ – alle Landtagsparteien ihre Teilnahme zugesagt.
An den ersten Demonstrationen Ende Juni nahmen rund 700 Menschen teil. Mit einer ähnlichen Teilnehmerzahl rechnen die Veranstalter auch diesmal. Während die erste Sperre laut Land kein Verkehrschaos ausgelöst hatte, könnte der Ferienbeginn in Süddeutschland am Samstag für deutlich mehr Verkehr sorgen.