Ein erschütternder Fall aus Ebbs in Tirol beschäftigt erneut die Justiz: Rund anderthalb Jahre nach dem Tod des kleinen Elias (†3) hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck Anklage gegen die Eltern erhoben. Die Ermittler sprechen von schwerster Gewalt und einem grausamen Martyrium, das der Bub über Monate erlitten haben soll – mit tödlichem Ausgang.
Am Pfingstsonntag 2024 alarmierte der Vater selbst die Polizei. Als die Beamten eintrafen, war für Elias jede Hilfe zu spät. Der Bub war bei einer Körpergröße von 94 Zentimetern nur sieben Kilogramm schwer – deutlich weniger als die Hälfte des Durchschnittsgewichts.
Die Obduktion kam zu einem klaren Ergebnis: monatelange Unterernährung und massiver Flüssigkeitsmangel hatten den Körper des Dreijährigen kollabieren lassen. Während Elias verhungerte, führte der Rest der Familie ein unauffälliges Leben – laut Informationen feierten die drei Geschwister noch zwei Tage vor seinem Tod bei McDonald’s den Geburtstag der ältesten Schwester.
Neue Details brachte ein psychiatrisches Gutachten ans Licht, über das die "Tiroler Tageszeitung" berichtete. Den beiden Angeklagten wird darin eine Persönlichkeitsstörung mit sadistischen Anteilen zugeschrieben.
Die Mutter soll von einer Wahrsagerin beeinflusst worden sein, die ihr weismachte, in Elias wohne ein Dämon, der für die finanziellen Probleme der Familie verantwortlich sei. Der Junge müsse "geschwächt und vernichtet" werden.
Oberstaatsanwalt Hansjörg Mayr erklärte: "Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich die Eltern damit ein Ventil schufen, um sich abzureagieren und ihre sadistische Neigung ausleben zu können."
Die Anklageschrift beschreibt eine Vielzahl an Misshandlungen, die kaum fassbar sind.
Mayr führt aus: "Nach dem erschütternden Ergebnis der Ermittlungen haben die Eltern das Kind auf grausamste Weise seelisch und körperlich misshandelt. Sie haben den Buben vom übrigen Familienleben isoliert und weggesperrt, ihn vollkommen entmenschlicht, erniedrigt und verängstigt. Sie haben ihn mit einem Kochlöffel geschlagen, ihn an Händen und Füßen mit Kabelbindern gefesselt und ihm dabei teilweise auch die Augen verbunden."
Nach der Festnahme verteidigte Elias’ Großmutter (51) ihren Sohn und ihre Schwiegertochter vehement: "Sie sind doch keine Mörder." Man habe das alles nicht kommen sehen, erklärte sie damals. Doch laut Verteidiger Matthias Holzmann soll zumindest der Vater inzwischen ein Geständnis abgelegt haben.