Einschüchterungs-Taktik

Festnahmen von Journalisten vor Nato-Gipfel in Ankara

Vor dem Nato-Gipfel in Ankara wurden erneut zahlreiche Journalisten und Bürgerrechtler in der Türkei festgenommen. Die Gründe bleiben unklar.
Newsdesk Heute
05.07.2026, 16:54
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Zwei Tage vor dem Start des Nato-Gipfels in Ankara sind in der Türkei laut Medienberichten wieder mehrere Journalisten und Bürgerrechtler festgenommen worden. Die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet" berichtet, dass es am Sonntag bei Einsätzen in mehreren Landesteilen dutzende Festnahmen gegeben hat.

Laut dem Anwalt Erman Öztürk sei das Ziel offenbar, "Demokraten, Linke und die Presse einzuschüchtern", wie er der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Chefredakteurin des Senders T24, Buse Sötüglü, und die Journalistin Ceren Erdogdu von Oda TV wurden ihren Arbeitgebern zufolge in ihren Wohnungen festgenommen und in Polizeigewahrsam gebracht.

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Gründe für die Festnahmen wurden zunächst keine genannt. Sötüglüs Anwalt Öztürk vermutet gegenüber AFP, dass die Festnahmen mit dem bevorstehenden Nato-Gipfel zusammenhängen. Der Türkei-Vertreter von Reporter ohne Grenzen (RSF), Erol Önderoglu, sprach von "blinden, willkürlichen und ungeordneten Einsätze" vor dem Nato-Gipfel. Diese gefährden "das Ansehen und die Sicherheit von Journalisten".

Bereits zuvor Festnahme-Welle

Auch die Bürgerrechtsorganisation Vereinigung zeitgenössischer Juristen (CHD) meldet, dass die Vorsitzende ihrer Istanbuler Sektion, Ezgi Önalan, festgenommen und ihre Wohnung durchsucht wurde. Mehrere ihrer Mandanten wurden ebenfalls festgenommen.

Schon Ende Juni wurden laut Menschenrechtsaktivisten im Vorfeld des Gipfels mehr als 200 Personen festgenommen, darunter Akademiker, Anwälte, Gewerkschafter, Studierende, Journalisten und Vertreter der Zivilgesellschaft. Mehrere regierungskritische Medien erhielten zudem vorerst keine Akkreditierung für den Gipfel.

Der Nato-Gipfel findet am Dienstag und Mittwoch in Ankara statt. Erwartet werden die Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Staaten, darunter US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz.

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