Der slowakische Regierungschef Robert Fico, bekannt für seine russlandfreundliche Haltung, hat angekündigt, dass er die Ukraine besuchen wird. Nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagte Fico am Samstag: "Wir werden das Format gemeinsamer Regierungssitzungen fortsetzen und zudem gegenseitige Besuche in unseren Hauptstädten vornehmen." Bisher hatte Fico vermieden, nach Kiew zu reisen.
"Ich habe bestätigt, dass die Slowakei den EU-Beitritt der Ukraine unterstützt, denn wir wollen, dass die Ukraine, unser Nachbar, ein stabiles und demokratisches Land ist", so Fico weiter.
Auch Selenskyj betonte auf dem Onlinedienst X: "Wir brauchen starke Beziehungen zwischen unseren Ländern, und wir beide befürworten das." Er hob die Unterstützung der Slowakei für den EU-Beitritt der Ukraine hervor und sagte, er habe Fico nach Kiew eingeladen. Gleichzeitig bedankte sich Selenskyj für die Einladung nach Bratislava, mit der "Möglichkeit eines persönlichen Treffens in naher Zukunft".
Fico erklärte, dass er Selenskyj am Montag am Rande des Treffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in der armenischen Hauptstadt Eriwan treffen werde. Er wünscht sich "freundschaftliche Beziehungen zwischen der Slowakei und der Ukraine".
In einer Woche wird Fico nach Moskau reisen, um an den Feierlichkeiten zum Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland teilzunehmen. Nach dem Abgang des langjährigen ungarischen Regierungschefs Viktor Orban gilt Fico als engster Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin innerhalb der EU. Russland führt seit Februar 2022 einen groß angelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine.