Für Leandro Paredes und Co. könnte die Zwangspause im Nationalteam deutlich früher enden als zunächst befürchtet. Die FIFA kommt dem argentinischen Verband nach den heftigen Sanktionen rund um die Ausschreitungen nach dem WM-Finale entgegen.
Der Weltverband erlaubt den betroffenen Spielern und Funktionären nun, ihre Sperren auch bei Freundschaftsspielen abzusitzen. Genau das hatte die AFA beantragt.
Am härtesten war Paredes bestraft worden. Der 32-Jährige wurde wegen seines Verhaltens nach dem Schlusspfiff im MetLife Stadium für zehn Länderspiele gesperrt. Zusätzlich muss der Mittelfeldspieler rund 90.000 US-Dollar Strafe bezahlen.
Doch Paredes ist nicht der einzige Argentinier, der nach den Tumulten lange zuschauen muss. Nahuel Molina wurde für sieben Partien aus dem Verkehr gezogen, Thiago Almada für ein Spiel. Co-Trainer Roberto Ayala darf bei drei Begegnungen nicht auf der Bank sitzen. Alle vier waren nach dem WM-Endspiel in die Auseinandersetzungen verwickelt.
Die neue FIFA-Entscheidung ist für die Albiceleste deshalb besonders wertvoll. Der argentinische Verband kann in den kommenden Länderspielfenstern Testspiele ansetzen und damit die Sperren seiner Stars schneller abbauen.
Vor allem Paredes könnte so einen Großteil seiner zehn Spiele noch 2026 absitzen. Auch Molina dürfte deutlich früher wieder für den Weltmeister zur Verfügung stehen als zunächst gedacht.
Der Spielplan der Argentinier steht für die kommenden Monate noch nicht vollständig fest. Pflichtspiele zur WM-Qualifikation gibt es mit Blick auf 2030 nicht, auch für die Copa América 2028 ist keine südamerikanische Qualifikation vorgesehen.
Damit hätte der Verband genügend Möglichkeiten, zusätzliche Freundschaftsspiele zu organisieren – und die Sperren von Paredes und Co. möglichst schnell abzuarbeiten.
Beendet ist der Streit mit der FIFA damit allerdings noch lange nicht. Die AFA wartet weiterhin auf die schriftliche Begründung der Strafen und schließt weitere rechtliche Schritte nicht aus. Denn auch der Verband selbst wurde zur Kasse gebeten. Zusätzlich muss Argentinien ein Heimspiel vor einer reduzierten Zuschauerzahl austragen.
Für Ärger hatte rund um das Turnier unter anderem ein Banner mit der Aufschrift "Die Falklandinseln sind Argentinien" nach dem Halbfinale gegen England gesorgt. Die FIFA wertete die Aktion als nicht-sportliche Demonstration bei einer Sportveranstaltung.