Fixiert! Bundesliga führt den Videobeweis ein

Der Videobeweis kommt 021 in Österreich.
Der Videobeweis kommt 021 in Österreich.Bild: imago sportfotodienst

Die großen europäischen Ligen haben es vorgemacht. Jetzt zieht auch Österreich nach. Der Videobeweis startet schon im Frühjahr 2021 in der österreichischen Bundesliga.

Der Video Assistant Referee (VAR) wird in der heimischen Liga bereits früher eingeführt, als erwartet. Schon in der Finalrunde 2021 wird das Schiedsrichter-Assistenzsystem in der Bundesliga starten – früher als erwartet, nach einer einstimmigen Entscheidung der Bundesliga-Klubs.

"Wenn wir auf Top-Level kommen wollen, müssen wir die Einführung des Videobeweises schaffen. Es stellt einen Riesenschritt im österreichischen Fußball dar", erklärte ÖFB-Präsident Leo Windtner.

1,5 Millionen Euro pro Saison

Das Assistenzsystem ist mit einem erheblichen Finanzaufwand verbunden. Eine Million Euro betragen die Einführungskosten, die vom ÖFB getragen werden. Der laufende Spielbetrieb kostet dann 1,5 Millionen Euro pro Saison. Diese zahlen die Bundesliga-Klubs. "Damit erhöht sich das Schiedsrichter-Budget um 150 Prozent", rechnet Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer vor.

Klubs übernehmen die Kosten

Die Summe wird bereits von den Zentralvermarktungskosten abgezogen, bevor die Einnahmen dann auf die Vereine aufgeteilt werden. Aus finanziellen Gründen wird vorerst auch auf die Torlinientechnologie verzichtet.

Für den Videobeweis werden zusätzliche Unparteiische benötigt: Zwei zusätzliche Schiedsrichter und zwei technische Operatoren, wovon einer in der Video-Area im Stadion sein muss. Das Personal soll durch nicht mehr aktive Schiedsrichter abgedeckt werden.

Eingreifen in vier Situationen

Eingreifen darf das neue Assistenzsystem bei vier Situationen: dem korrekten Zustandekommen der Tore, bei Strafstößen und der korrekten Ausführung, bei Roten Karten und bei Spielerverwechslungen. "Wir rechnen mit fünf Checks pro Spiel, mit einer korrigierten schweren Fehlentscheidung in jedem dritten Spiel. Die Checks sollen unter einer Minute bleiben, das ist vergleichbar mit einem Spielertausch", so der Bundesliga-Vorstand. Klar ist aber: die letzte Entscheidung bleibt beim Unparteiischen auf dem Spielfeld.

Kommt der Video-Keller?

Noch offen ist, ob es wie in der deutschen Bundesliga einen Video-Keller geben wird, oder mit Übertragungswägen vor den Stadien gearbeitet wird. Die technischen Anforderungen sind in Österreich jedenfalls gegeben. Das für die Fußballregeln zuständige IFAB schreibt mindestens vier Kameras vor.

Die Schiedsrichter werden zuerst theoretisch ausgebildet, dann folgt eine Offline-Testphase und schließlich die Erprobung bei Kleinfeld- und Freundschaftsspielen.

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