Impfstoff-Experte: "Werden das Virus nicht eliminieren"

Impfstoffexperte Florian Krammer in der "ZiB2". Archivbild.
Impfstoffexperte Florian Krammer in der "ZiB2". Archivbild.Screenshot ORF
Am Mittwoch war Impfstoff-Forscher Florian Krammer zu Gast bei Armin Wolf in der ZIB2. Er beantwortete die drängenden Fragen zur Corona-Impfung. 

Weil Biontech/Pfizer nun schon früher liefern kann, erhält Österreich eine Million Dosen des Impfstoffes, die ursprünglich erst für das vierte Quartal 2021 vorgesehen gewesen wären nun schon im zweiten Quartal. Somit können 500.000 Menschen in Österreich rascher geimpft werden. Was nun bei den Impfstoffen wichtig zu beachten sei, erklärte der Impfforscher Florian Krammer, der am Mittwochabend zu Gast in der ZIB2 bei Armin Wolf war. 

Zunächst widmete sich Armin Wolf jedoch dem Vakzin von Astrazeneca. Weil mit Dänemark erstmals ein EU-Land entschieden hat, den Impfstoff nicht mehr einzusetzen, wollte der Moderator wissen, wie sicher das Vakzin ist. Laut Krammer lägen nun Daten vor, die einen Zusammenhang von der Astrazeneca-Impfung und der möglichen Nebenwirkung der Sinusvenenthrombose belegen. Die Rate sei aber sehr gering. Bei einer Nutzen-Risikoanalyse könne man sagen, dass man den Impfstoff weiter verwenden solle. Er würde das jedenfalls empfehlen. 

Biontech/Pfizer sind "das bessere Pferd"

Die EU möchte in Zukunft verstärkt auf die mRNA-Impfstoffe von Pfizer und Moderna setzen. Laut Krammer eine richtige Entscheidung. Man habe gesehen, dass diese Firmen zuverlässiger sind. Vor dem Hintergrund sei es "natürlich gut, wenn man auf ein schnelleres und besseres Pferd setzt.

Wegen der wachsenden Skepsis vieler gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff wollte Wolf von Krammer wissen, ob sich dieser eher morgen mit Astrazeneca oder in zwei Monaten mit Pfizer impfen lassen wolle. Krammer antwortete: "Ich würde mich sofort impfen lassen", brach er eine Lanze für Astrazeneca. Auch die Entscheidung Österreichs AZ an alle Altersgruppen zu verimpfen empfindet der Experte als richtige Entscheidung. 

Sputnik? Ja, aber...

Kritische Worte kamen hingegen zum russischen Impfstoff Sputnik V. Dass Österreich den Impfstoff kaufe sei "okay", eine rein nationale Zulassung, ohne Zulassung durch die EMA sei aber "verantwortungslos". Sollte der Impfstoff nicht von der EMA, der europäischen Arzneimittelbehörde, abgesegnet werden, dann "muss man ihn wegwerfen". 

Sorgen, dass sich das Virus so weiterentwickelt, dass es gegen die Impfstoffe immun wird, macht sich Krammer nicht. Daten aus Studien würden zeigen, dass der Großteil der Impfstoffe auch gegen einzelne Varianten wirkt. "Wir werden das Virus nicht eliminieren können, aber es wird weniger Schaden anrichten", ist Krammer überzeugt. 

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