Flüchten Deutsche wegen Streaming zu "Ösi-Sky"?

Rechte-Wirrwarr um die Champions League.
Rechte-Wirrwarr um die Champions League.Bild: imago sportfotodienst

Sky krallt sich die Champions-League-Rechte in Österreich. Das könnte auch Auswirkungen auf den deutschen TV-Markt haben. Dort scheinen Streaming-Gegner schon auf das "Ösi-Sky" zu schielen.

Hammer am TV-Rechte-Markt. "Sky" dürfte in Österreich die "Alleinherrschaft" über die Champions League übernehmen. Streaming-Dienst "DAZN" ist der große Verlierer.

Entscheidung im Tauziehen um die Champions-League-Rechte! Pay-TV-Sender "Sky" sichert sich in Österreich das Komplett-Paket ab der Saison 2021/22. Das berichtet die deutsche "Sportbild" am Mittwoch.

Das deckt sich mit den Informationen von "Heute", wonach "DAZN" im Rennen um die Rechte leer ausging. Im Dezember sickerte durch, dass "ServusTV" pro Spieltag ein Free-TV-Spiel übertragen soll. Das wird im aktuellen Bericht nicht erwähnt.

Deutsche "Streaming-Flüchtlinge"?

Besonders brisant: Die Deutschen interessiert das Thema nicht ohne Grund. In Deutschland ging "Sky Sport" leer aus, "DAZN" und "Amazon Prime" machten das Rennen.

Die Champions League also ganz in der Hand der Streaming-Riesen. Ohne starke Internetverbindung keine Königsliga.

Das macht den Sender "Sky Sport Austria" für den benachbarten TV-Markt potenziell interessant.

Die "Sportbild" schlüsselt für ihre Leser auf, wie sie mit einem Österreich-Abo von "Sky" die Streaming-Dienste umgehen können. Im Originalton: "Mit Ösi-Abo können Sie sich DAZN & Amazon sparen."

Das ist natürlich nicht im Sinne der Uefa und der deutschen Rechtehalter. Es geht schließlich um viele Millionen Euro.

Empfangbar wäre das "Ösi-Sky" für alle Deutschen mit Satellitempfang (rund 47 Prozent). Dazu sei eine Decoderkarte nötig. Ein Bekannter müsse ein Sky-Abo in Österreich abschließen und diese Karte nach Deutschland schicken.

Durch EU-Recht sei das nach dem sogenannten "Murphy-Urteil" nicht verboten. "Sky" dürfe damit aber nicht öffentlich werben. Das Blatt erklärt weiter, dass das österreichische Paket der deutschen Bundesliga und der Champions League um nur 2,50 Euro teurer ist als das Bundesliga-Paket alleine in Deutschland.

Sprich: 2,50 Euro Aufpreis für deutsche Bundesliga-Fans. "DAZN" kostet 11,99 monatlich. "Amazon Prime" kostet 7,99 Euro monatlich. Unterm Strich ergibt das eine Ersparnis von rund 17,50 Euro. Ausgenommen sind in dieser Rechnung die Freitagspiele der deutschen Bundesliga. Hierfür liegen die Rechte exklusiv bei "DAZN".

Verlockende Alternative

Fazit: Ein Abo würde deutschen Fußball-Fans also die Bundesliga und die Champions League ermöglichen, anstatt drei Abos abschließen zu müssen. Dabei sparen sie auch noch bares Geld.

Wermutstropfen: Es ist kompliziert. Man benötigt einen Bekannten mit Wohnsitz in Österreich, über den das Abo läuft. Und "Sky" untersagt eigentlich den Einsatz einer Smartcard außerhalb des gemeldeten Haushalts, darf bis zu 1000 Euro Strafe fordern. Die "Sportbild" zweifelt aber an, ob der Sender in der Lage wäre, das zu verfolgen. Ob er das überhaupt wollen würde, ist eine andere Frage...

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