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Flüchtlings-Ansturm: Nun schickt ÖBB sogar Securitys

In Nickelsdorf ist man verunsichert. Flüchtlinge sammeln sich spätabends am  Bahnhof, erst in der Früh steigen sie in Züge. Es kommt zu Problemen.

Robert Cajic

Im Burgenland sind heuer bereits 24.085 Flüchtlinge aufgegriffen worden – fünf Mal so viele wie im Vorjahr. Hinter den Kulissen geht es entsprechend zur Sache. Die Überforderung der Behörden scheint darin zu münden, dass Flüchtlinge mehr oder weniger alleine gelassen werden. Sie sammeln sich am Bahnhof Nickelsdorf, um von dort weiter ins Land zu reisen. Doch während der Wartezeiten in dem Ort kommt es immer wieder zu Problemen.

ÖBB-Pressesprecher: "Kurzfristige Maßnahme"

Am Dienstagnachmittag lief "Heute"-Leserreporter Julian (Name von der Redaktion geändert) am Nickelsdorfer Bahnhof vorbei und sah ein Bild, welches er in den letzten Tagen nur zu oft zu Gesicht bekam. Dutzende Menschen, überwiegend Männer, sammelten sich nämlich am Bahnhof und verweilten dort – stundenlang. Julian sieht darin ein System: "Die Flüchtlinge werden gegen 18.00 Uhr hierher gebracht und können erst gegen 6.00 Uhr morgens mit den Zügen der ÖBB weiter. Die ÖBB stellt jetzt sogar eigene Securitys an", so der Leserreporter im Gespräch "Heute". Diese sollen wohl dafür sorgen, dass die Flüchtlinge nicht auf den Schienen herumlaufen und sich oder andere gefährden.

ÖBB: "Notmaßnahme"

Auf Anfrage von "Heute" bestätigte die Pressestelle der Österreichischen Bundesbahnen den Vorfall. Laut eines ÖBB-Pressesprechers wurde tatsächlich Personal entsandt, um für Sicherheit am Bahnhof zu sorgen und mögliche Unfälle wie das Laufen über die Schienen zu vermeiden. "Wir sind in laufenden Gesprächen mit der Polizei und dem Land", so der Pressesprecher.

Bei der Einstellung der hauseigenen Sicherheitskräfte handle es sich um eine "kurzfristige Notmaßnahme". Die ÖBB seien hierbei lediglich "das letzte Glied einer langen Kette".

Leser: "Behörden überfordert, Bevölkerung ist entsetzt"

Leserreporter Julian hat für das Polit-Chaos um die Flüchtlinge nahe der ungarischen Grenze wenig Verständnis: "Aufgrund der Überforderung der Behörden liegen die Menschen hier am Bahnhof herum und laufen nachts durch Nickelsdorf". Das sei ein immer größer werdendes Sicherheitsproblem. "Die Bevölkerung ist entsetzt und traut sich teilweise nicht mehr, mit der Bahn zu fahren. In der Zwischenzeit klopfen sie sich durch die Nachbarschaft und bitten um Geld und Essen", beschrieb Julian den neuen Nickelsdorfer Alltag im "Heute"-Talk.

Immer wieder sorgen illegale Schlepper und Menschen, die sich in Fahrzeugen verstecken, um über die Grenze zu gelangen, für Aufsehen. Erst kürzlich wurden im niederösterreichischen Böheimkirchen 46 Flüchtlinge mitten auf der Autobahn von der Polizei eingesammelt.

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