Der Klimakrise zum Trotz

Flughafen Salzburg will Kurzstrecke wiederbeleben

Der Flughafen Salzburg will den umstrittenen Kurzstreckenflug nach Wien wieder im Programm aufnehmen. Kritik kommt nicht nur von den Grünen.

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Flughafen Salzburg will Kurzstrecke wiederbeleben
Gepäckabfertigung am Flughafen in Salzburg.
Franz Neumayr / picturedesk.com

Im Juni 2020 hatten die Grünen im Bund das Aus für Kurzstreckenflüge bis zu 300 Kilometern zur Bedingung für das AUA-Rettungspaket in der Corona-Krise gemacht. Der Flug Salzburg-Wien wurde daraufhin eingestellt. Nun will der Flughafen in Salzburg mit Unterstützung der schwarz-blauen Landesregierung diesen Kurzstreckenflug wieder im Programm aufnehmen.

Mit Verweis auf eine neue, im Auftrag der Salzburger Wirtschaftskammer erstellten, Studie, wonach das Flugverbot auf der Strecke Wien-Salzburg nur den Verkehr verlagere, spricht sich Salzburgs Landeshauptmannstellvertreter und Verkehrsreferent Stefan Schnöll (ÖVP) nun klar für den Neustart der regelmäßigen Flugverbindung von Salzburg nach Wien und umgekehrt aus: "Wir haben den Beleg, dass es einen negativen Effekt für den Standort und keinen ökologischen Effekt hat. Deshalb müssen wir die Wiederaufnahme dieser Verbindung nun realisieren."

Kurzstrecke besonders klimaschädlich

Die tägliche Flugverbindung von Salzburg nach Wien und retour wurde auf Druck der Grünen in der Bundesregierung sowie der damaligen Landesregierung 2020 aufgegeben – im Zuge des Rettungspaketes des Bundes für die Austrian Airlines (AUA).

Die Bedingung war, dass die AUA innerösterreichische Flugverbindungen nicht mehr bedienen darf – wenn eine Zugverbindung deutlich unter drei Stunden bestehe. Laut Expertinnen und Experten sei mittlerweile auch klar, dass viele Flugreisende aus Salzburg nach München für weltweite Weiterflüge ausweichen – statt nach Wien zu fahren. 

In Zeiten der Klimakrise eine neue Kurzstrecke eröffnen zu wollen, sorgt für heftige Kritik. "Die unsinnigen und besonders schädlichen Kurzstrecken, die im Jahr 2020 eingestellt wurden, sollen laut Verkehrsreferent Schnöll wieder eingeführt werden", ärgert sich etwa Bürgerlisten-Klubobfrau Ingeborg Haller. "Die schwarz-blaue Landesregierung sollte beim Klimaschutz endlich in die Gänge kommen. Stattdessen aktiviert sie aber die Schubumkehr in Richtung Vergangenheit."

Der Verkehrssprecher der Salzburger Grünen, Simon Heilig-Hofbauer, legt nach: "Wer im Angesicht der Klimakrise fordert, den Flugverkehr auszuweiten, ist ein klimapolitischer Geisterfahrer. Statt kürzeste Flüge wieder zu erlauben, sollte lieber mehr Geld in den Ausbau der Bahn investiert werden", denn so "werden solche Inlandsflüge unnötig".

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    Roland Mühlanger / picturedesk.com
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