Was zwei junge Männer in der Nacht auf den 1. März 2025 in Wien-Favoriten erleben mussten, bezeichnete selbst das Gericht als "kaum jemals gesehenen Gewaltexzess". Wegen 100 Euro Drogenschulden wurden die Opfer stundenlang misshandelt, erniedrigt und vergewaltigt – "Heute" berichtete. Jetzt fiel am Wiener Landesgericht das Urteil.
Der Auslöser des Horrors war laut Anklage eine offene Rechnung aus einem mutmaßlichen Drogengeschäft. Ausgerechnet bei der Geburtstagsfeier des damals 20-jährigen Hauptangeklagten beschlossen die drei Männer, das Geld einzutreiben. Statt einer Aussprache begann ein stundenlanges Martyrium.
Die beiden Opfer wurden laut Staatsanwaltschaft zunächst geschlagen und getreten. Danach eskalierte die Gewalt immer weiter. Mit einem Schwert bedroht, mussten sie sich selbst mit einem Elektroschocker im Genitalbereich verletzen. Schließlich wurden beide mehrfach vergewaltigt und gezwungen, sich auf Glasflaschen zu setzen.
"Die Opfer durchlebten ein mehrstündiges Martyrium, das wohl schwer erniedrigender hätte sein können", sagte die Staatsanwältin. Besonders der Hauptangeklagte habe sich laut Anklage "einen Spaß daraus gemacht", die Männer zu quälen.
Der 20-jährige Hauptangeklagte legte über seinen Verteidiger ein umfassendes Geständnis ab. "Alles, was in der Anklageschrift steht, stimmt genau so. Das, was hier passiert ist, ist nicht zu entschuldigen", erklärte sein Anwalt.
Der 23-jährige Mitangeklagte versuchte hingegen, seine Rolle herunterzuspielen. Sein Verteidiger erklärte, sein Mandant habe "ein wenig hingetreten" und den Großteil der Misshandlungen verschlafen. Auch der dritte Angeklagte räumte Fehlverhalten ein, betonte aber ebenfalls eine untergeordnete Rolle.
Zum Schutz der Opfer wurde der Großteil des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Das Urteil fiel dennoch deutlich aus: Der Haupttäter wurde zu elf Jahren Haft verurteilt. Der 23-jährige Serbe erhielt sieben Jahre Gefängnis, der dritte Angeklagte sechs Jahre Haft.
Alle Urteile sind nicht rechtskräftig, berichtet die "Kronen Zeitung", es gilt weiter die Unschuldsvermutung. Der vorsitzende Richter fand am Ende deutliche Worte: "Das ist ein kaum jemals gesehener Gewaltexzess."