Die US-Regierung hat jetzt einen Fonds eingerichtet, damit ukrainische Kinder, die nach Russland verschleppt wurden, wieder heimkehren können. Der Fonds umfasst 25 Millionen Dollar, das sind rund 21,7 Millionen Euro.
Das US-Außenministerium erklärte am Donnerstag, das Geld werde für "die Identifizierung, Rückführung und Rehabilitation ukrainischer Kinder und Jugendlicher, die gewaltsam verlegt oder auf andere Weise von ihren Familien und Gemeinschaften ferngehalten wurden", verwendet.
Laut Washington soll der Fonds zwei Arten von Programmen unterstützen: Einerseits geht es um die Suche und Nachverfolgung der verschleppten Kinder, andererseits um ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
Die ukrainische First Lady Olena Selenska begrüßte den Fonds. "Alle ukrainischen Kinder müssen zurückkehren", schrieb sie auf X. Die Frage rund um die verschleppten Kinder ist in der Ukraine ein sehr sensibles Thema und spielt bei allen Verhandlungen über einen möglichen Frieden zwischen Kiew und Moskau eine große Rolle.
Anfang März hatte eine UNO-Kommission Moskau vorgeworfen, die Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Laut der Kommission haben russische Behörden Kinder "deportiert und zwangsumgesiedelt" und deren Rückkehr "verzögert".
Bisher konnte die UNO die Verschleppung von 1.205 ukrainischen Kindern bestätigen, weist aber darauf hin, dass es noch mehrere tausend weitere Fälle geben dürfte. Nach Angaben der Ukraine wurden seit Kriegsbeginn fast 20.000 ukrainische Kinder nach Russland oder in von Russland besetzte Gebiete gebracht. Russland behauptet, einzelne ukrainische Kinder aus ihren Familien oder aus Kinderheimen geholt zu haben, um sie vor den Kämpfen zu schützen.