Kurt Kromm (60) aus den USA bekam von seinem Vorgesetzten im Ford-Werk in Louisville eine unglaubliche Nachricht: "Wir kündigen Ihnen. Sie haben ein Video, auf dem Sie einen Keks stehlen." Der Preis des Gebäcks: 1,95 Dollar, umgerechnet rund 1,70 Euro.
Der langjährige Mitarbeiter bestritt den Vorwurf vehement. Er habe an einem zweiten Terminal bezahlt, nachdem das erste den Kauf nicht verarbeitet hatte. Doch Ford wollte davon zunächst nichts wissen.
Wie "Chip" unter Berufung auf das US-Portal "Shifting Gears" berichtet, wurde Kromm aus dem Werk begleitet und musste Unterlagen zu seiner Entlastung vorlegen. Ford verlangte sogar notariell beglaubigte Nachweise.
Kromms Bilanz des Vorgangs fiel deutlich aus: "Erst nennt man mich einen Dieb, und dann einen Lügner, weil ich sage, dass ich nichts gestohlen habe. Die waren sich so sicher, dass ich gestohlen hatte. Und dann schaue ich mir meinen Kontoauszug an, und die 1,95 Dollar sind verdammt noch mal drauf."
Ford bot ihm schließlich die Rückkehr in die Nachtschicht an. Doch Kromm lehnte ab, was sich später als Glück herausstellte.
Er fand nach eigenen Angaben einen besseren Job mit höherem Gehalt und kürzerem Arbeitsweg. Bei Ford hatte er zuvor rund 200.000 Dollar im Jahr verdient.
Der Autokonzern äußerte sich nicht zum Einzelfall, ließ aber mitteilen, man prüfe Vorgänge in manchen Fällen erneut und versuche dann, sie zu korrigieren.